Europäische Predigerkonferenz 2004

Gehet hin…“, unter diesem Wort trafen sich ca. 400 Teilnehmer zur zweiten europäischen Predigerkonferenz in der Schweiz / Kaltbrunn. Internationale Referenten wie z.B. der Islam Kenner Dr. Wassermann, der Generalsekretär der französischen evangelischen Allianz – Stephan Lauzet und der Präsident der amerikanischen „In Touch Mission“, Bill Bathman, folgten der Einladung des südafrikanischen Missionswerk „Kwasizabantu“. In seinem Eröffnungsreferat erläuterte Dr. Jacob Thiessen, Rektor der STH in Basel, die Verwirklichung des Reiches Gottes und die daraus entstehenden Aufgaben für die Gemeinde. Prof. Beyerhaus, Deutschland, mahnte die „Dringlichkeit“ an, den Missionsbefehl Jesu umzusetzen. Von seiner Pionierarbeit hinter dem eisernen

Vorhang sprach der Amerikaner Bill Bathman auf packende Weise. Er rief das Wort Jesu in Erinnerung, „ich habe euch gesandt zu ernten“. Andere die vor uns gearbeitet haben leben heute nicht mehr, jetzt sei unsere Zeit gekommen, so Bathman.

Missionleiter Erlo Stegen, der abschließend sprach, hob die Allmacht dessen hervor der seine Jünger sandte. Weil Jesus sagte, „mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“, deshalb sollen wir uns aufmachen.

Die Teilnehmer, die aus 10 verschiedenen Ländern in die Schweiz reisten, ließen sich neu vom Missionsbefehl Jesu herausfordern. Mit neuer Motivation für ihre Arbeit vor Ort traten sie nach 3 Tagen am 6. Mai die Rückreise an.

Dr. Jacob Thiessen

„Die Verwirklichung des Reiches Gottes und die daraus entstehende Aufgabe für die Gemeinde Gottes“

Text: Mt. 6,33 „Trachtet zu erst nach dem Reich Gottes“

In 3 Punkten soll die Verwirklichung des Reiches Gottes betrachtet werden:

1.) Was ist das Reich Gottes?
2.) Wie verwirklicht sich das Reich Gottes?
3.) Welche Aufgaben entstehen daraus für die Christen?

Zu 1.)

Christen sind aus der Macht der Sünde herausgerettet um Gottes Willen zu tun, in einer gefallenen Welt. Im NT wird für das Reich Gottes der Ausdruck „Königsherrschaft“, „Königtum“ oder „Königswürde“ gebraucht. Herrscher im guten Sinn. Sie ist ewig, unveränderlich. Gott ist Herr und Schöpfer des Universums. Diese Königsherrschaft ist aber auch zukünftig der König wird kommen. Jesus ist als Kind geboren, aber er wird König sein. Über das Haus Israel aber auch bis an die Enden der Erden.

Jesus ist alle Vollmacht gegeben die Satan ihm versprechen wollte doch er hat sie bekommen indem er den Satan geschlagen hat. So kann Jesus uns aus der Macht der Sünde befreien, was für uns Segen bedeutet.

Zu 2.)

„Kehr um“ war der Ruf von Johannes d. Täufer, denn die Königsherrschaft ist nahe. Durch Wiedergeburt werden wir Glieder des Leibes Christi und hineingerettet in das Königreich Gottes.

Das Königreich Gottes verwirklicht sich in und durch die Gemeinde. Menschen die zur Königsherrschaft Jesus gehören setzen ihr Leben zum Erbauen der Gemeinde ein.

Wir können die „Welt“ nicht verbessern, doch der einzelne Mensch kann durch eine Wiedergeburt unter die Königsherrschaft Jesu gestellt werden.

Deshalb richten wir das Reich Jesu auch nicht auf durch die Menschen dieser Welt, die sich ihm nicht unterordnen und in Wirklichkeit dem Fürsten der Welt angehören. Wir als Christen sollen uns der Quelle der Wahrheit zuwenden – und nach dem trachten was oben ist. Wo wir in der Sünde leben verlassen wir die Kraftquelle Gottes.

Erst mit der Wiederkunft Jesu wird sein Reich in der ganzen Fülle wieder aufgerichtet werden.

Zu 3.)

Veränderung geschieht nicht durch politische Gewalt sondern durch den Heiligen Geist. Unser erster Einsatz gilt somit nicht einem politischen Aktivismus – sondern vielmehr trachten wir nach der wahren Umkehr des Menschen. Eine echte Hinwendung zu Jesus Christus. Unsere Aufgabe besteht also darin „Gemeinde Jesu“ zu bauen. Menschen dem Leib Jesu zuzufügen. Jesus ist gekommen die Macht Satans zu brechen er hat den Satan besiegt. Durch den Glauben an Jesus dürfen wir Sieger sein.

Jetzt sind wir der Tempel Gottes und die Menschen um uns herum sollen das sehen. Darin sind wir Salz der Erde und Licht für die Welt.

Missionar Erlo Stegen

„Gehet hin“

Text: Matth. 28,16-20

1.) Jesus bestellte die Jünger nach Galiläa auf einen Berg

Wir brauchen keine Zeit daran zu verschwenden auf welchen Berg die Jünger gerufen wurden. Doch die 11 Jünger wussten genau was das für ein Berg war – da will Jesus sie sehen. Die Jünger waren gehorsam - was wäre geschehen, wenn diese Jünger ungehorsam gewesen wären. Ungehorsam ist auch in unserer heutigen Zeit ein großes Hindernis in Gottes Reich. Jesus gebietet uns dorthin zu gehen wo er uns haben will. Genauso hat Gott geistlich gesehen einen Ort an dem er dich haben möchte.

Jesus sagte den Jüngern, „so wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“. Wie Jesus in dieser Welt war, so sollen auch wir sein - wie Er wirkte, so auch wir, „Bleibet in mir und ich in euch“ – das ist der geistliche Ort an dem wir gefunden werden müssen.

Einige Menschen wundern sich, weshalb ihre Gebete nicht erfüllt werden. Sind sie an dem Ort, an dem Gott sie haben möchte? Damit meine ich einen geistlichen Zustand / Ort.

2.) ...einige aber zweifelten.

Worin bestand ihr Zweifel? Sie sahen in Jesus den Vater, denn er offenbart sich ihnen in dieser Herrlichkeit dem „alle Gewalt“ gegeben ist. Doch genau an dieser Allmacht zweifelten sie.

Es ist nicht gut, wenn die die Jesus zu Füssen liegen zweifeln in ihren Herzen.

Er sagt ihnen nicht, geht weil ich gekreuzigt und auferstanden – sondern weil ihm „alle Macht“ gegeben ist. Hier spricht der Mittler zwischen Gott und Mensch. Macht zu Jüngern – alle Nationen. Im Urtext ist die Formulierung gebraucht – „taufet sie hinein“. In das Wesen, den Charakter, die Natur Gottes.

3.) …lehret sie halten.

Es wäre sehr einfach in Afrika die Menschen nur zu taufen und zu meinen dann hätte ich den Auftrag ausgeführt. Es geht um mehr – wir sollen lehren zu „halten“.

Bedauerlich, wenn wir lehren sollen, dass andere halten, aber selber nicht frei sind von Zorn, Hurerei und anderen Dingen. Wir sollen andere lehren „nicht zu stehlen, fluchen, Ehe zu brechen“ und wir tun das selbst?

Wie lange predigen sie schon anderen Menschen – denken sie darüber nach, wie viele Menschen das „halten“ was Gott befohlen hat. Ist in ihnen das Wesen Gottes zu sehen.

4.) Brennt das Feuer Gottes in mir?

Unsere Zeit vergeht und Gott sagt uns in Hesekiel 3 wenn wir den Gottlosen nicht warnen wird ihr Blut von unseren Händen gefordert. Wann kann der Herr kommen, weil wir das Evangelium aller Welt verkündigt haben? Wie viel mehr suchen wir ein bequemes Leben, soviel Geld wie möglich und die Welt geht verloren. Jesus hat gelitten am Kreuz und er leidet heute noch. Wer steht ihm zur Seite

Jesus selbst hat ausgerufen, „ich bin gekommen ein Feuer anzuzünden und was wollte ich lieber als brennte es schon“. Brennt das Feuer in dir und kannst du es in anderen wecken?

„Lehret sie zu halten was ich euch geboten habe“, dieses Wort sollte uns nicht eines Tages wegen unserem Ungehorsam verdammen. Sondern Gott soll uns empfangen können und sagen – „gut gemacht du treuer Knecht“.

Dr. Christoph Wassermann

Islam

Text: 1. Johannes 2,22-23

Nach der Sharia ist keine Taufe oder katechetischer Unterricht Bedingung um Muslim zu werden. Es muss lediglich ein Satz auf Arabisch vor 2 Zeugen zweimal ausgesprochen werden.

 

Muslime haben 6 Glaubensartikel:

- 1 Glaube an Allah.

- 2 Die von ihm geschaffenen Engel und Geister.

- 3 Die Bücher die Allah offenbart (auf die Erde herab gesandt) hat.

- 4 Seine Gesandten (Propheten die in die Welt gesandt sind)

- 5 Das Jüngste Gericht

- 6 Die Vorherbestimmung (alle Ereignisse im Universum)

Viele Muslime glauben zwar auch an Teile der Bibel, doch die Bibel der Christen halten sie schlicht für gefälscht. Dennoch glaubt der Muslim bereits an Christus. Er kennt historische Tatsachen und glaubt doch anders an ihn als der Christ.

Ähnlichkeiten:

Christus ist im Koran ein wesentlicher Punkt. Fast alles was der Koran über Christus sagt erscheint dem Christus der Bibel sehr ähnlich:

- Christus wurde in die Welt gesandt

– er hat etwas mit dem Evangelium zu tun

– er kam durch Jungfrauengeburt in die Welt

– Christus ist der einzige der ohne Sünde in der Welt war

– Jesus hat Wunder getan und war selbst ein Wunderzeichen

– Christus ist in den Himmel gefahren

– Christus wird am Ende der Zeiten wieder auf die Erde zurückkommen

Christus bekam im Koran die höchsten Ehrentitel. In fast allen Punkten ist Christus im Koran dem Propheten Mohammed weit überlegen.

 

Unterschiede:

Nach seiner Wiederkunft wird Jesus laut Koran nicht als Richter über lebende und tote kommen. Er wird alle Schweine schlachten, alle Kreuze beseitigen aus Kirchen und christl. Häusern, er bekehrt alle Christen zum Islam.

Das Kreuz – Jeder Muslim muss glauben, dass Christus nicht gestorben ist. Er wurde nicht gekreuzigt. Sie müssen die historische Tatsache des Kreuzes leugnen. (SURE 4,157)

 

Was sind die Konsequenzen für uns?

1. Wenn Christus nicht gestorben ist, dann ist er auch nicht für unsere Sünden gestorben.

2. Er ist auch nicht auferstanden. Sie leugnen Karfreitag und Ostern. Es gibt niemanden im Islam der Sünde, Tod und Teufel überwunden hat. Sie bleiben in ihren Sünden, haben fürchterliche Angst vor dem Tod. Für Muslime kann Christus dann auch nicht der Retter sein. Im Islam gibt es keinen Retter, außer dem Muslim selber.

Die Kreuzigung Jesu wird als die größte Lüge der Menschheit betrachtet. In einer Sure (9,30) heißt es, „verflucht sei wer Jesus den Sohn Gottes nennt“ – seinen Herrn . Es ist die schärfste Fluchformel im Koran.

Die Sure 112 (Wird 17 mal / Tag wiederholt).

- Deren Inhalt: Proklamiere: Allah ist einer, der undurchdringliche, er hat weder geboren noch ist er geboren worden, keiner ist ihm ebenbürtig.

Durch die zahllose Wiederholung dieser Aussagen machen sie sich immun gegen die Aussagen des christlichen Glaubens. Sie sind geistlich dagegen geimpft.

- Der Urschrei des HG in uns ist, „lieber Vater“. Nur durch den HG erkennen wir, dass wir Kinder Gottes sind. Die Muslime haben keinen Heiligen Geist. Muslime dürfen Christus nicht „Herr“ nennen.

Dadurch entlarven sich Muslime als Leute die keinen Heiligen Geist haben. Es kann demnach nicht vom „gleichen Gott“ die Rede sein.

Diese Einsicht eröffnet sich nur, wenn man sein Leben auf Jesus Christus den Sohn Gottes gründet. Solange man den leisesten Zweifel am Wort Gottes hat, wird man diesen Unterschied nicht mehr erkennen.

Martin Luther hat diesen Unterschied schon erkannt, weil er sein Leben mit dem Evangelium verschmolzen hat.

Liberale Christen haben zwar ein Problem mit dem „kämpfenden Islam“ doch mit der Lehre des Islam können sie leben.

Dr. Wassermann schloss seinen Vortrag mit einem Beispiel wie Gott in der islamischen Welt wirkt. Für diejenigen die sich zu Christus aus dem Islam bekehren hat das oft große Entbehrungen zu Folge.

Pfr. Hermann ter Welle

Jesus unser Hoherpriester

Text: 1. Mose 12,1-3 Abraham ließ sich von Gott in einem hohen Alter berufen. Als es zu Spannungen mit seinem Neffen Lot kam handelte Abraham mit großer Weisheit. Er ließ Lot wählen wohin er gehen möchte. Lot wählte sich das fruchtbare Land und geriet in eine gottlose Umgebung aus der ihn Abraham später befreite.

Gott sah Abraham – einen besonderen Mann - und hat beschlossen, diesen Mann werde ich berufen, und Abraham war gehorsam. Er traf später den Melchisedek und gab ihm 10 % seines Vermögens. Sein Name setzt sich aus 2 Bedeutungen zusammen: „König“ und „Hohepriester“. Melchisedek lebte unter extrem gottlosen Menschen. Dennoch hatte er eine tiefe Erkenntnis des wahren Gottes.

Sara bekam die Verheißung ein großes Volk zu bekommen als sie menschlich gesprochen keine Kinder mehr bekommen konnte. Doch Abraham war ein Mann Gottes und glaubte.

Es dauerte immer noch viele Jahre. Sara dachte sich, es gibt keinen anderen Weg außer du gehst zu meiner Magd. In einem Ohr hörte er die Verheißung Gottes – mit dem anderen Ohr hörte er seine Frau, „wir müssen nach einer alternativen Lösung schauen“. Eine gewaltige Spannung in ihm. Abraham wurde dann zum Vater des Kindes der Magd, die dadurch zum Teil der Familie wurde.

Sie brachte ein Kind zur Welt – den Sohn Abrahams. Es führte zu solchen Spannungen zwischen Sara und ihrer Magd, dass die Magd in die Wüste floh. Ein Engel begegnete der Frau in der Wüste – Gott selbst kümmerte sich um diese Frau. Er brachte ihr die Botschaft, „gehe zurück zu Sara und ordne dich deiner Herrin unter“. Ein neuer Konflikt entstand zwischen den beiden Frauen.

Gott sprach zu Abraham erneut und sagte, deine Frau Sara wird einen Sohn gebären. Hätten sie doch nur noch warten können. Ich verstand wieder, wenn Gott etwas verheißt, dann hält er es auch.

Nach einigen Jahren, als der Junge zur Welt kam, sprach Gott wieder zu Abraham – „ich will, dass du mir diesen Jungen opferst“. Das war für Abraham keine Krise, er war gehorsam indem er das tat.

Unterwegs zum Berg fragte der Sohn den Vater – „wo ist das Opfer?“, denn Abraham wusste ja er musste seinen einzigen Sohn opfern. Abraham baute diesen Altar, nahm seinen Jungen, legte ihn auf den Altar, band ihn fest – als ein Mann der laut weinte „was tue ich hier, doch ich folge deinem Wort“. Als er seine Hand erhob kam eine Stimme – „nein, tue das nicht“. Er fand ein Tier in der Nähe, dass er dann an Stelle seines Sohnes opferte.

Viele Menschen sagen, dass hätte ich nicht tun können, unmöglich. Alles was Abraham tat war unmöglich. Doch in ihm war ein solch großer Glaube und Vertrauen, dass er Gott folgte.

Im Buch Jeremia 31,3 steht – „Ich habe dich mit ewiger Liebe geliebt, darum habe ich dir meine Güte bewahrt.

Vers 31-34 – „Ich will einen neuen Bund machen, ich werde mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben. Sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein“

Das ist die Lehre des Neuen Testamentes. „Keiner wird dem anderen mehr sagen, erkenne den Herrn“. Es heißt hier nicht, so spricht Jeremia sondern „der Herr“. „Ich will ihre Missetat nicht mehr gedenken“.

Das sind großartige Veränderungen, schon im Alten Testamentes vorhergesagt. Denn Mose bekam das Gesetz Gottes auf Steintafeln. Und das AT ist ein Schatten dessen was kommen wird.

Die Kapitel 5-7 im Hebräerbrief sind gefüllt vom Priestertum des Melchisedek und der neuen Ordnung Gottes.

Hebr. 7,15 – Hier wird eine vollständige Veränderung eingeleitet. Melchisedek war kein Priester aus den fleischlichen Gesetzen sondern nach der Kraft eines unendlichen Lebens. Die Priesterschaft die durch Gott selbst gegeben wurde.

Vers 22 – Jesus ist der Bürge eines besseren Bundes geworden. Und weil er für immer lebt, darum hat er ein unveränderliches Priestertum. Er ist Priester, Hoherpriester – für immer!

Deshalb kann er selig machen immerdar, die durch ihn zu Gott kommen.

Der Hebräerbrief gibt in wunderbarer Weise Zeugnis davon wie Gott in Jesus das neue Priestertum errichtet. Nicht der alte Bund war schwach, sondern das Fleisch des Menschen. Deshalb hat Gott uns sein Gesetz in unseren Sinn gegeben. Jesus ist für uns der Priester geworden der immer Zugang zum Thron Gottes verschafft. Das sind gewaltige geistliche Wahrheiten die Gott uns in der Priesterschaft Jesu eröffnet. Lesen sie bitte die entsprechenden Kapitel im Hebräerbrief und entdecken sie diesen göttlichen Plan.

Dieses neue Priestertum wird kein Ende haben, denn wir sind selbst berufen in diese Priesterschaft im Sinne des Melchisedek. Ein neues Wesen, eine neue Persönlichkeit.

Im Wort Gottes ist eine vollständige, über die Generationen hinweg reichende Einheit im Plan Gottes zu erkennen. Zum Ziel ist das neue Leben in Jesus gesetzt. Was Gott in uns geschaffen hat muss unvergänglich sein, so wie die Priesterschaft des Melchisedek unvergänglich ist.

Stephane Lauzet

Als Christ in dieser Welt

Text: 1. Petr. 3,8-17

Die Umstände in denen der Petrusbrief verfasst ist sind von Bedeutung für uns. Er richtet sich an Christen die zerstreut sind und nicht zur Elite der Gesellschaft gehören. Das Umfeld in der diese Christen leben ist nicht leicht.

Die aktuelle Diskussion in Frankreich um die Kopfbedeckung trägt im Kern die Überzeugung – Euer Glaube ist Privatsache. Zu Hause könnt ihr machen was ihr wollt, aber nicht in der Öffentlichkeit.

Petrus stellt uns in dem Text eine „Methode“ vor, in einem Umfeld in dem der christliche Glaube in der Minderheit ist. Er rät nicht zu einer großen Evangelisation, obwohl er das selbst auch schon an Pfingsten praktiziert hat. Er schlägt keinen Rückzug vor, weil die Welt euch das Leben so schwer macht.

Er betont die Beziehung, die wir untereinander und mit der Welt um uns herum haben müssen.

„Seid bereit zur Verantwortung gegen über jedermann“ – Das ist ein Aufruf zu leben was wir predigen. Der Christ wird von Petrus zu einem Leben aufgerufen das selbstredend ist und Fragen in den Menschen weckt die um uns herum sind.

Ein moralisch vorbildliches Leben erfüllt diesen Auftrag noch nicht – wir sollen immer bereit sein über die Hoffnung Zeugnis abzulegen die in uns lebt. Anders ausgedrückt, ich bin immer vorbereitet. Ich denke nach über Gottes Wort und mein Leben mit Gott. Sollte ich nur eine Gelegenheit bekommen etwas zu sagen – was würde ich dann sagen?

1. Lektion des Petrus an uns: Seid zu jeder Zeit bereit!

- Die Vorbereitung ist der tägliche Kontakt mit Gottes Wort.

- Die Apostelgeschichte ist die Geschichte einer wachsenden Gemeinde. Sie wuchs aus dem Wort Gottes, deshalb müssen wir diesen Kontakt ständig pflegen.

2. Lektion des Petrus an uns: Auf das Startsignal Gottes warten.

- nicht fertige Antworten geben ohne ihre Frage gehört zu haben.

Manchmal habe ich den Eindruck, wir leben unter Menschen die Antworten auf ganz einfache Fragen suchen. Wir sind viel zu hoch in den Gedanken die wir behandeln.

Demut ist nötig, sich diesen Fragen zu stellen. Und zuzugeben, dass Gott auch in uns selbst noch viel tun muss.

3. Petrus redet über Hoffnung, nicht über Glauben

Die beiden sind nicht identisch. Es geht darum zu zeigen, wie Jesus in meinen Alltag eingreift. Ich erlebe die gleichen Ereignisse in einer anderen Weise, weil ich eine lebendige Hoffnung habe.

4. Die Art zu antworten

- die Antwort muss motivierend und klar belegt sein. Keine Angst davor, die Fragen auf uns zukommen zu lassen.

- ohne Aggressivität, mit Sanftmut. Wir sind nicht im Kreuzzug, sondern Zeugen. Der Zeuge redet dann, wenn er das Wort bekommt – Anwalt ist der Heilige Geist.

- Respekt den man den Menschen geben muss. Denn Gott hat „die Welt“ geliebt, nicht nur die Christen – deshalb hat er seinen Sohn Jesus gegeben. Sehe ich den Nächsten mit Liebe. Bedeutet auch, dass wir nicht immer Antworten haben, alles erklären können, aber dafür eine Hoffnung haben die ihnen das Leben schenkt. Jesus sagt einmal, „weint mit den Weinenden“.

Ich fragte mich manchmal, warum führt Gott uns mit der Bekehrung nicht unmittelbar in den Himmel? – Ganz einfach, Gott braucht uns hier. Wir sind sein Mund, Hände, Augen. So wie Jesus in die Welt kam muss die Wahrheit des Evangeliums in unserem Leben Fleisch werden.

Was Petrus beschreibt ist somit eigentlich keine „Methode“, sondern das ganz normale Christenleben.

Dr. Claude Baecher

Versöhnung - "Lehret sie zu halten"

Text:Matth. 5,20 - 26

Es beschäftigt mich zu betrachten wie Gottes Wirken nach Erweckungen abstirbt. Oftmals imitiert die 2. Generation nur noch der Form des Geheimnisses Christi. Deshalb braucht jede Generation eine Erneuerung durch Gottes Geist.

Meiner Beobachtung nach fehlt es nicht unbedingt an Personen die die Wahrheit verkündigen, es sind Boten nötig die glaubwürdig sind. Ein Lebensstil der spricht, bevor man den Mund öffnet.

Jesus verurteilt den Zorn, der genährt wird weil man meint der einzige zu sein der im Recht ist. Diese Haltung vergleicht Jesus mit einem „Mord“. Dieser Zorn darf nicht durch Feindbilder genährt werden.

Ein Prediger kann sogar Wahrheiten „im Zorn“ gegen die Menschen schleudern. So wie Mose den Felsen geschlagen hat obwohl er zu ihm sprechen sollte.

Jesus ordnet ganz eindeutig an, „sorgt für die richtigen Prioritäten“. Zuerst zum Bruder gehen und danach alles andere weiterführen. Diese Prioritäten finden sich immer wieder in den Worten Jesu. Wir sollen zuerst in uns für Ordnung sorgen und danach … .

Es ist hiflreich den Kontext zu erkennen in dem Jesus spricht zu den Juden:

Opfer, Altar, Hoher Rat, Richter, unterwegs sein, - Das waren alles Punkte, die den Juden die sehr vertraut waren. Denn sie gingen nach Jerusalem um dort Gott zu begegnen.

Doch was soll man in Jerusalem tun, wenn man dort auch dem Schöpfer seines Bruders, trifft ohne sich mit ihm vorher versöhnt zu haben.

Voraussetzung:

Ein inneres Ohr, das empfindsam ist zu hören ob ein Bruder noch etwas gegen uns hat.

Doch wie oft haben wir eine Art „fromme Kriegslist“ entwickelt. Denn wir legen zunächst gerne fest, wen wir zu unseren Brüdern zählen möchten und grenzen so die anderen Menschen aus. Oder wir bauen eine Mauer zu der betreffenden Person auf, weil wir uns nicht streiten wollen. Diese Sicherheitszäune hat Jesus stark hinterfragt.

Was geschieht wenn man mit einem Menschen sehr eng und lange zusammen ist ( Mit der Frau, einem Arbeitskollegen usw.) – die Illusionen verschwinden. In diesem Zusammenhang waren tausende von Menschen in Jerusalem zusammen um Gottesdienst zu feiern. Man wusste vielleicht nicht genau warum, doch plötzlich ist das Verhältnis untereinander „abgestorben“.

Jesus befiehlt, wo etwas zwischen dir und deinem Bruder Platz findet – versöhnt euch.

Wir haben viele Konzepte entwickelt, die aus Selbstgerechtigkeit genährt sind. „Es ist ja sein Zorn“, „ich gehe zum Pastor und erkläre ihm wie unschuldig ich bin“. Eine andere Abwehr: „Er ist zornig und deshalb soll er sich beugen“

Die Umsetzung des Befehles Jesu kann das Gemeindeleben erhalten. Jesus ist eindeutig, weil du nicht zornig bist kannst du ja auf ihn zugehen. In Jesu Augen bist du für seine Sünde verantwortlich. Wir sollen diese „Bombe“ zur richtigen Zeit entschärfen. Darin zeigt sich missionarischer Dienst, gehe und besuche deinen Bruder. Ergreife die Initiative. Du solltest in besserer Stellung sein als der Nächste, denn du zürnst nicht. Versöhnung geschieht nur zwischen 2 Parteien, nicht von einem Menschen alleine.

Viel wird über Vergebung gesprochen, doch Versöhnung beendet die Feindschaft. Sie rechnet ab mit dem Zorn.

Versöhnung – bedeutet nicht das wir in allem einer Meinung sind. Doch beide können wieder positive Gefühle füreinander haben.

In verschiedenen Kulturen gibt es frühe Zeichen dafür, dass etwas zwischen den Menschen steht. Man geht sich vielleicht auf dem Weg, meidet sich. Die Person redet nicht mehr mit mir, aber vor anderen redet sie schlecht über mich. Oder weil derjenige mich nicht schlagen kann, schlägt er vielleicht seine Frau.

„Geht aufeinander zu und versöhnt euch“. Vermittle Segen und breche die Spirale der Gewalt.

Wie gehen wir bei der Umsetzung dieses Befehls um? Es wäre unklug zu sagen: „Du hast wohl etwas gegen mich“ – sondern sage ihm, dass dir etwas an seiner Freundschaft liegt.

Wo das nicht unter uns geschieht wird der Geist der Erweckung gedämpft sein, sich zurückziehen. Gehe auf den Nächsten zu wenn es für ihn ein günstiger Moment ist, auch wenn es für dich selbst unangenehm erscheint.

Wo es uns gelingt diesen Befehl der Versöhnung zu praktizieren, haben wir die beste Art gefunden eine vergiftete Atmosphäre unter Christen zu vermeiden. Wir sind gefragt zu handeln.

Prof. Dr. Peter Beyerhaus

Mission am Anfang des 21. Jahrhunderts

Text: Matth. 28,18

Gottes Herrschaft ist der zentrale Inhalt der Hoffnung des Volkes Israel. Wenn der Friede Gottes eingekehrt ist, die Gestalt des Menschen erneuert, wird der Messias über alle Völker regieren.

Diese Vision half dem Volk Israels Schwierigkeiten mit Ausdauer zu ertragen. Mit dem Erscheinen Jesus wurde die alte Sehnsucht neu genährt. Jesus predigte, „das Reich Gottes ist nahe herbei gekommen“.

Petrus erkannte Jesus als den Messias, da führt Jesus seine Jünger in das Abseits. Er vertraut ihnen an, er werde in die Hände der Heiden ausgeliefert und am Kreuz sterben. Den Jüngern war noch nicht klar, dass dieser Tod nur ein Durchgang sei. denn am 3. Tag wird er auferstehen.

- Hätte Jesus ein irdisches Reich errichtet, dann wären die tiefsten Nöte der Menschen – die Trennung von Gott – unberührt geblieben.

Er bekennt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ – das schließt auch die unsichtbaren Gewalten ein.

- Doch zum Eintritt in das Reich Gottes muss der Mensch zunächst wiedergeboren werden um ein Glied am Leib der Gemeinde zu werden.

Politisch - Der Prophet Sacharija sagt hervor, dass die Wiederkunft Jesu in einer Situation eintreten wird, wenn das Volk Israel in einem Kampf steht in dem sich die Armeen der Welt gegen Israel stellen. Der Nahe Osten wird ein Brennpunkt sein.

Missionsgeschichtlich - Im geistlichen Bereich wird es zu einem letzten Aufgebot der Gemeinde kommen alle Völker mit dem Evangelium zu erreichen.

Bsp: Südkorea ist ein Sendungsbewusstes Volk. Missionare aus Nordamerika und Australien erreichten das Land und sehr schnell erwuchs daraus eine ganz vitale Kirche mit 15 Mio Christen. Das Land entwickelte eine einzigartige Missionskraft.

Aus unserer Sicht scheint die Mission oftmals schon am Ende. Doch die Evangelisierung der Welt geschieht heute lediglich verstärkt aus anderen Ländern. Wir verbinden diese Beobachtung mit der Hoffnung, dass die Evangelisation der Welt in unserer Generation möglich ist.

Aus diesen 2 Koordinaten lässt sich die endzeitliche Entwicklung erkennen:

Weltgeschichte (politische Entwicklung) – Missionsgeschichte (Evangelisation)

 

Schlussfolgerung:

1.) Es gibt keine Verheißung auf Weltfrieden vor der Wiederkunft Jesu. Auch nicht durch eine neue politische Weltordnung. Offb. 17 warnt sogar vor einer neuen Weltherrschaft, die die 10 mächtigsten Weltreiche dem Antichrist überantworten werden.

Der Antichrist wird als eine religiöse und politische Gestalt gleichermaßen auftreten (Offb.13)

Zeichen und Wunder werden nicht nur das Werk der Evangelisation begleiten. Auch der Gegenspieler Gottes kann Wunder tun. Zeichen werden auch als Methoden der falschen Propheten auftreten und den großen Abfall begleiten.

Aus diesem Grund ist die Gabe der „Geistesunterscheidung“ nötig.

 

2.) Klar bestimmte Vorgehensweise für die Kirche Jesu.

Höchste Dringlichkeit unter allen Aktivitäten bleibt die Evangelisation durch die Gemeinde. Menschen die den Namen Jesu nicht kennen sollen von ihm hören.

In Matth. 24 nennt Jesus viele Zeichen der Endzeit: Als positives Zeichen wird genannt – „dieses Evangelium wird in der ganzen Welt gepredigt werden.“

Es gibt keine Verheißung Gottes, das unsere weltlichen Regierungen alle christlich werden. Doch wir haben die Zusicherung, dass das Zeugnis von ihm nicht zum Schweigen gebracht werden kann.

Durch moderne Verkehrsmittel ist die Verbreitung des Evangeliums heute in einem ungekannten Maß möglich. Es gibt nicht mehr viele Völker die außerhalb der Rufweite des Evangeliums stehen. Jesus hat seinen Boten garantiert bei ihnen zu sein, bis an das Ende der Erde. Durch seinen Beistand wird das Ziel der Weltevangelisation erreicht werden.

 

7 Ratschläge an aktive Missionskräfte zur Bewegung für Weltevangelisation:

1.) Gewissenhaftes Bibelstudium um in biblischer Klarheit vorzugehen. Das schützt vor satanischer Verirrung.

2.) Um geistliche Erneuerung für Kirche, Verkündiger und Missionare beten.

3.) Erwartungsvoll der Leitung Christi folgen. Wer für seinen Ruf aufmerksam bleibt, dem öffnet er immer neue Türen.

4.) Die Liebe Gottes soll unsere Triebkraft sein (Johannes 3,16). Wir müssen die Welt mit den Augen Jesu sehen.

5.) In Dringlichkeit unsere Arbeit ausführen. Solange es Tag ist sollen wir die Werke dessen tun der uns gesandt hat.

6.) Wachsam bleiben und die List des Feindes durchschauen. Durch „Stärke im Herrn“ können wir dem Teufel widerstehen.

7.) Bereit sein zum Leiden. Wir sind gesandt wie Schafe mitten unter die Wölfe.

Rev. Piotr Zaremba

Jesus in Erstaunen versetzen

Text: Markus 6,1-6 / Lukas 7

Jesus wundert sich über den Unglauben der Menschen. Er tut das, was er von seinen Jüngern verlangt – „gehet hin“.

Sein Wirken war nicht gehindert durch „Gottes Willen“, sondern durch den Unglauben der Menschen. Damit traf sie direkt die Verantwortung für das nicht-wirken Jesu.

Dieses Verhalten erinnert an das moderne Europa. Jesus kann in Europa Kirchen finden die nach seinem Namen genannt sind, Filme die über sein Leben gedreht wurden, ganze Bibliotheken die über sein Wirken schreiben usw.. Theologen reden über ihn und sind mit Titeln ausgestattet die er nie hatte. Jesus ist in Europa kein Unbekannter. Wir wissen, dass er derselbe ist der er schon immer war. Doch warum erleben wir so wenig von seinem Wirken – es ist wohl unser Unglaube.

Worin bestand der Unglaube der Zeitgenossen Jesu? Denn diese Menschen waren ja keine Atheisten. Der Atheismus ist eine Erfindung der Neuzeit. Das Wort Gottes wurde geehrt, und sie betrachteten sich als Gottes erwähltes Volk.

Vers 3 – „ist dieser nicht der Zimmermann?“ – Sie ärgerten sich an ihm oder schämten sich dafür sich um ihn zu scharen. Ihr Unglaube zeigte sich in einer familiären Nähe. Man kennt sich so gut, dass man voneinander nichts Neues mehr erwartet. So wie manche Eheleute übereinander sagen – „das tut er/sie immer. Ich wusste es ja.“

Sie kannten Jesus so sehr, dass sie aus ihm einen ganz gewöhnlichen Menschen gemacht haben. Ihnen war klar, Jesus kann zum öffentlichen Ärgernis werden. Jetzt distanzierten sie sich von ihm und waren in keiner Erwartungshaltung. Dadurch haben sie den Segen verpasst, und brachten ihn dazu sich über sie zu wundern – ihren Unglauben.

Bist du auch schon an diesen Punkt gekommen – du hast eine „abfällige Nähe“ zu Jesus, die seine Person nicht mehr als Gott schätzt. Wir christlichen Leute sind nicht immun gegen dieses Phänomen.

Eine der größten Herausforderungen im christlichen Dienst ist es eine Frische im Glauben zu bewahren (Röm 4,18). In der Wüste konnte man nicht von dem gestrigen Manna leben. Jeden Tag neu. Lies die Bibel so, als würdest du sie zum ersten Mal in deinem Leben entdecken.

Die Gemeinschaft mit Gott ist die Gemeinschaft mit einer Person, mit dem Autor der Bibel.

Setze alles daran in deinem Glaubensleben „frisch“ zu bleiben. Solange unser Glaube frisch ist, ist da Hoffnung für Europa. Jedes Bibelstudium soll in eine neue Begegnung mit Gott führen.

Im Gegensatz dazu lesen wir von einer Begegnung in Lukas 7. Jesus trifft dort einen Hauptmann, dessen Knecht todkrank war. Dieser Hauptmann kannte die biblischen Schriften mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Doch er glaubte Jesus. Sein Glaube hat das Wirken Jesu nicht begrenzt, sondern ihm freien Raum gegeben. Er hat es geglaubt, Jesus zugetraut,

Wird Jesus Glauben finden in deinem Dienst für ihn, damit er frei wirken kann?

Rev. Bill Bathman

Ich habe euch gesandt zu ernten

Text Joh. 4,4-19

Der Austausch, den Jesus hier mit der Frau hatte zeigt uns wie der Herr Jesus an der einzelnen Person, an jedem von uns persönlich interessiert ist. Er hat an dem kleinsten Detail unseres Lebens Interesse. Alles, was dich betrifft, ist wichtig für Jesus.

„Herr, du hast kein Schöpfgefäss und der Brunnen ist sehr tief.“ Heute gibt es Menschen, die dir sagen wollen, dass es nicht mehr wie damals ist, sondern alles ist so kompliziert geworden. Aber Jesus sagt: „Gehet hin“. Einige Menschen gehen, weil sie ergriffen sind von der Not, die sie sehen. Das ist gut, aber die Hauptmotivation soll der Gehorsam sein. Wir gehen, weil der, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, sagt: „Gehet hin.“

Der Herr sagte mir „gehet hin“ heisst nicht zu stoppen vor dem eisernen Vorhang. Wir packten Bibeln in unser Auto und machten uns auf den Weg. Vor der Grenze betete ich: „Herr, du sagtest geh, du weißt, was in diesem Land gebraucht wird, hilf mir.“ Wir kamen ins Land hinein. Der Teufel griff mich wieder an: „Weißt du, welche Sprache gesprochen wird, kennst du einen Menschen in der Stadt, was willst du hier?“ „Ich will predigen, weil der Herr mich gesandt hat.“ Ich betete und bat Gott mir einen Treffpunkt in einem Café zu zeigen, wo sich Studenten der Universität trafen. Wir waren ein Viererteam, fanden eine Kaffeebar und begannen miteinander, etwas lauter als nötig, zu sprechen. So hörten die andern Gäste uns englisch sprechen. Schon bald kamen einige der jungen Leute und sprachen uns an. Gleich zu Beginn sagten wir ihnen, dass wir mit ihnen nur über unseren persönlichen Glauben an Jesus Christus sprechen würden. Die Reaktion der jungen Leute war: „Wie wird man Christ?“ So gaben wir unser Zeugnis weiter. Schliesslich verabredeten wir für den nächsten Tag einen Treffpunkt im Untergrund der Universität. Ein Raum voller junger Leute erwartete uns und mehr als fünf Stunden konnten wir sprechen. So entwickelte sich unsere Arbeit in Osteuropa.

Jesus sagt: „Ich sende euch als Schafe unter die Wölfe.“

Wenn du Jesus folgst und seinem Befehl gehorsam bist, musst du erwarten, dass sogar deine eigenen Mitchristen dich angreifen, sie verstehen dich vielleicht nicht und dann gehen sie gegen dich.

In einem Gefängnis war ein Pfarrer mit der Nummer 0. Eines Tages rief ihn der Kommandant und schimpfte ihn aus wegen seiner Nummer 0. Der Pfarrer reagierte: „Ja sie haben recht. Ich bin nichts. Aber in diesem Gefängnis ist einer, der neben mir steht und der mir versprochen hat, mich nie zu verlassen. Und Herr, wenn sie eine 1 vor die 0 stellen, gibt es 10.

Dieses und andere Beispiele zeigen uns wie Gott sich zu uns stellt und Auswege in der Not schaffen kann.

In Rumänien kam Erweckung. Die Kommunisten verstanden nicht, was vorging.

• Ein Pfarrer wurde gefangen genommen, seine Kassetten und Bücher wurden weggenommen. Der Pfarrer bat den Obersten, ob er noch beten dürfe für ihn. Der Oberst wies darauf hin, das er später noch Zeit dafür habe. Am selben Abend starb dieser Oberst.

• Im Wald hielten die Christen eine Jugendkonferenz ab. Dann erschien ein Offizier mit der Anweisung die Konferenz aufzulösen.

Der Pfarrer bat die Veranstaltung zu Ende führen zu dürfen. Am Ende verweigerten die Begleiter des Offiziers das Lager aufzulösen, denn sie erkannten, dass dieser Platz Gott gehörte. Der Offizier holte Zigeuner und Gefangene zu Hilfe. In der Zwischenzeit war der Offizier aber so verunsichert, dass er Stein um Stein durchnummerieren und erst dann abbauen liess, sodass das Gebäude leicht wieder aufgebaut werden konnte, er aber seinen Auftrag ausgeführt hatte.

 

Das ist der Gott, dem wir dienen!

Kapitel 4,25-38

Die samaritische Frau wartete auf den Messias. In einer gewissen Weise wartet die Welt auf ihre Erlösung. Jesus gab der Frau die frohe Botschaft weiter: „Ich bin es“, er offenbart sich als der Messias. Sie liess ihr Gefäss stehen und rannte in die Stadt zurück. Die Jünger kamen in der Zwischenzeit zurück und luden Jesus zum Essen ein. Jesus antwortete: „Ich habe eine Speise zu essen , die ihr nicht kennt!“ Wenn du einen Menschen zu dem Glauben an Jesus Christus führst, vergisst du als Prediger das Essen.

Vielleicht wandte Jesus sich den einzelnen Jüngern zu mit der Frage: „Hast du den Menschen, den du getroffen hast, bei dem du Essen gekauft hast, eingeladen mich zu sehen?“ Jesus antwortete: „Ich habe euch gesandt zu ernten. Ihr habt all meine Predigten gehört, die Wunder gesehen, die ich getan habe.“

Und die samaritische Frau war so erfüllt von ihrer Begegnung mit Jesus, dass sie zu allen ging und ihnen erzählte. Und die Menschen kamen zu Jesus. Jesus hat uns gesandt zu ernten. Die Verantwortung dieses Befehls muss jeder von uns hier empfinden. Ich habe euch gesandt zu ernten.

Missionar Erlo Stegen

Gehet hin

Text: Matthäus 7,24

Wenn man bedenkt, dass viele Gottesmänner die vor uns lebten nicht so alt wurden wie wir, dann wird uns bewusst wie wichtig es ist unsere Lebenszeit für Gottes Sache einzusetzen. Doch bevor wir andere zu Jüngern machen möchten ist es nötig selbst als Jünger zu leben.

Ein König bat seinen Koch einmal ihm das süsseste Essen und dann das bitterste Essen zuzubereiten. Beide Male wurde ihm eine Zunge zubereitet. Die Bibel nennt sie das gefährlichste Glied an unserem Leib. Welch zerstörerisches Werk kann die Zunge nicht anrichten, wenn sie vom höllischen Feuer entzündet ist.

Gott hat diese Welt aus dem „Nichts“ geschaffen. Und wenn Du von Gott gebraucht werden willst, dann werde zuerst zu „Nichts“ – wir sind zu groß, deshalb kommen wir nicht voran. Diese Erkenntnis soll frei sein von Heuchelei, damit uns ein himmlisches Feuer durchdringen kann. Ehe und Familie sollen von Gottes Gegenwart erfüllt sein, keine dritte Person darf in die Ehe eindringen.

Doch weil wir nicht mehr bemüht sind das Wort Gottes zu „halten“, sondern nur noch zu „wissen“, deshalb haben wir den Anspruch Gottes abgeschwächt und lassen uns beeindrucken von Menschen die klug auftreten.

Der Christ ist berufen ein Vorbild aller Welt und allen anderen Religionen zu sein.

Ein Arzt hörte eine Predigt zu Römer 12,1. Bis dahin bedeutet ihm der Heilige Geist nichts, jetzt verstand er, dass der Heilige Geist eine Wohnung sucht – unseren Leib. Als er das verstand fiel er auf die Knie und bat Gott um Vergebung ihn bislang wie einen Diener behandelt zu haben. Er rief ihn nur dann, wenn er ihn brauchte. Jetzt versprach er Gott seinen Leib und wollte ihn zur Wohnung des Geistes Gottes machen. Später bezeugte er, diese Veränderung war viel größer als die Veränderung durch seine Bekehrung. Er wurde zum gesegneten Missionar, Autor und gründete eine Bibelschule.

Als Jünger Jesu haben wir alle die Berufung vom Heiligen Geist erfüllt zu sein. Denkt man an Pfingsten zurück, dann sieht man was der Geist Gottes ausrichten kann im Leben derer die ihm Wohnung machen. Dieser Geist will dein Leben nicht mit Götzen teilen.

Peter Marshal illustrierte das Leben des Christen mit der Geschichte des Quellenwächtes:

Dieser Mann reinigte in Regelmäßigkeit die Quelle eines Bergbaches der in ein Dorf floss. Äste, Blätter, alles nahm dieser Mann aus den Bach. Das Dorf wurde zu einem beliebten Touristengebiet. Im Stadtrat wurde der Lohn dieses Mannes hinterfragt, „wer sieht ihn, was macht der Alte eigentlich“. Man entließ ihn. Erst Wochen später, wurde die Veränderung in der Wasserqualität, dann im Dorf deutlich. Wir können den gleichen Fehler in unserem Leben begehen. Wie der Quellenwächter sind wir die Wächter unserer Herzen. Wir müssen Gott bitten uns die kleinen Dinge zu offenbaren die uns verunreinigen.

Als Jünger können wir in die Zukunft gehen – geisterfüllt und darauf achten, dass keine Verunreinigung Platz findet. Wo wir das vernachlässigen wird unser Fall groß sein.

Der Allmächtige verspricht mit uns zu sein bis an der Welt Ende. Der, der den Namen „Ich bin“ trägt, der hat uns seine Nähe versprochen. Welche Autorität sollte der Christ, der darin lebt nicht haben. Der Unvergängliche verheißt seinen Jüngern bei ihnen zu sein.