Europäische Predigerkonferenz 2008

Missionar Friedel Stegen

Text: 1. Johannes 1,5

“Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm ist keine Finsternis.“

1966 hat Gott uns in Südafrika Erweckung geschenkt. Wir erlebten, wie Menschen mit dem Wunsch nach Befreiung von satanischer Gebundenheit den Weg zu Jesus fanden. Bis heute erleben wir, dass die Ernte in der geistlichen Arbeit groß ist und die Arbeiter fehlen.

Hat Europa noch die Liebe zu Afrika und den Mut Missionare auszusenden? Denn in der ganzen Welt ist ein Hunger nach Gott vorhanden. Die Ernte ist reif und viele Menschen sind auf dem Weg in ihr Verderben. Es ist deshalb so wichtig, dass wir Verkündiger wieder ermutigt werden.

2. Kor. 5,20: „So sind wir Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Über unserem Dienst steht der Auftrag Botschafter zu sein. Jesus war motiviert zu suchen, wen er retten konnte. Dürfen wir uns Botschafter an seiner Stelle nennen? Er kam mit dem Wunsch ein Feuer anzuzünden und sein Volk von seinen Sünden zu retten. Wie viele Menschen wurden durch unseren Dienst zu Nachfolgern Jesu, die ein siegreiches Leben führen? Die ersten Jünger Jesu waren Zeugen Jesu: Sie berichteten von dem, was sie selbst gehört und gesehen hatten. Vielleicht ist das die Bremse in unserem Dienst: Wir können nicht mehr von dem berichten, was wir selbst erlebt haben.

1. Johannes 3,11:“Das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang, dass wir uns untereinander lieben sollen.“

Jesus hat mir seine Liebe gezeigt und alles für mich gegeben, als ich noch sein Feind war. Wir predigen diese Liebe Jesu eingeborenen Völkern, die von Rache erfüllt sind bis sie die vergebende Liebe Jesu annehmen und ihre Sünden bekennen wollen. Liebe ersetzt im Leben dieser Menschen Zorn, Ungeduld, Ablehnung – sie fangen an, sich untereinander zu verstehen, weil Jesus sie frei gemacht hat. Niemand muss sich dieses Evangeliums schämen.

Johannes 20,20: „..Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen“ Wenn der Mensch mit seinen geistlichen Augen erblickt, dass erfüllt ihn die Freude an Jesus. Wer durch Europa reist und die Jugend verschiedener Länder sieht, der stellt fest, dass auch diese jungen Menschen eine Begegnung mit Jesus brauchen. Lasst uns Botschafter sein an Christi statt, die das Licht des Evangeliums in alle Welt tragen.

Prof. Dr. Thomas Hoffmann

Text: Galater 4,4 : Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz gestellt, damit er die, die unter dem Gesetz standen, erlöste und wir als Kinder angenommen würden.

Sören Kierkegaard antwortete auf die Frage: Was braucht die Zeit? „Die Zeit braucht die Ewigkeit!“ Die Ewigkeit Gottes soll durch unser Zeugnis in die Zeit hineingetragen werden. Sie erlaubt es uns, der Zeit den Spiegel vorzuhalten und ihr auch Ansätze zur Hilfe vermitteln. Die herrschende Macht der Zeit ist – wieder nach Kierkegaard – „Verzweiflung“, denn in der Zeit ohne Ewigkeit herrscht die Sünde. Der Mensch ohne Gott merkt, dass er in einer Sackgasse steckt, doch es fehlt ihm Sündenerkenntnis. Wurzel des Wortes „Verzweiflung“ ist das Zahlwort „zwei“. „Verzweifelt“ ist so jemand, der zwei Gesichter, zwei Seelen in seiner Brust und damit keinen Frieden in sich hat. Die Eigenschaften der bösen Zeit, die in 2. Tim.3 erwähnt sind, sind dann die Auswirkungen der inneren Zerrissenheit. Die „Verzweiflung“ der Menschen versteckt sich zwar hinter einer Fassade. Aber sie ist zu durchschauen, denn dazu befähigt die Bibel.

Wie können wir unseren Glauben in dieser Zeit bezeugen und die Nöte unserer Zeit erkennen? Wir gehen dieser Frage nach an den drei Leitworten unserer Zeit: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die immer auch ein biblisches Ziel enthalten, aber ohne den Ewigkeits- oder Gottesbezug nur in Fehlformen auftreten.

1) Gal. 5,1: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen“ – Vers 13: „Ihr seid zur Freiheit berufen. Nur seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht eurer Selbstsucht Raum gebt.“

Freiheit ist nicht Regellosigkeit oder „abgekoppelt sein“ von sittlichen Ordnungen oder gar Gott selbst. Das Freiheitsstreben des weltlichen Menschen führt in verzweifelte Gebundenheit. Bsp: 68er Revolution. – Genderideologie als Versuch, sich von der eigenen geschöpflichen Bestimmtheit zu „emanzipieren“.

Hier bedeutet Freiheit immer ein Loslösen „von“ – am Ende von der göttlichen Wahrheit. Doch die Bibel sagt, dass gerade die biblische Wahrheit uns frei machen wird. Wer sich davon löst, kann nach dem biblischen Zeugnis eine Freiheit „zu“ etwas (Jesus) nicht finden.

Was ist die wirkliche Freiheit die wir in unserer Zeit zu bezeugen haben?

Die Freiheit die Jesus Christus schenkt versetzt uns in die Lage etwas zu tun, was wir aus uns selbst nicht tun können. Sie eröffnet uns neue Möglichkeiten und ist die Freiheit zu etwas. Die Freiheit vor Gottes Angesicht zu stehen und vor ihm zu bestehen.

Dabei ist noch etwas wichtig: Dass der Mensch verzweifelt versucht, Freiheit von etwas zu erlangen, ist im Kern der Wunsch nach Freiheit von der eigenen Schuld. Doch kein Mensch kann die Freiheit von der Schuld selbst erlangen, er kann sie sich nur schenken lassen durch die Annahme des Erlösungswerkes Jesu Christi.

2) Gal 3,26-28: Paulus erinnert daran, dass die christliche Gemeinde keine Unterschiede zwischen sozialen Ständen oder Herkunft macht. Aus diesem Umstand wollte man eine Ideologie machen, die man die verzweifelte Suche nach Gleichheit nennen kann.

 

Beispiele für den Unterschied zwischen dem menschlichen Versuch, Gleichheit herzustellen, und der „Gleichheit“, die ihren Ursprung im Leben in Christus, in der gemeinsamen Gotteskindschaft hat, lassen sich im politischen Raum am Sozialismus bzw. Kommunismus oder wiederum an der Genderideologie aufzeigen, der die gleiche Würde der Kinder Gottes vor Gott gegenübersteht. Die Gotteskindschaft ist die höchste Würde, derer Geschöpfe teilhaftig werden können. In dieser Würde sind alle Geschlechter, Stände und Völker gleich. Aber diese Würde hebt niemals zum Beispiel die schöpfungsmäßigen Unterschiede von Mann und Frau oder die Generationenunterschiede zwischen Alt und Jung auf. Die Bibel zerstört die menschliche Individualität nicht, wie es die Ideologien tun; sie will, dass wir ganze Menschen als Einheit von Leib, Seele und Geist sind.

Der Mensch will sich dagegen letztlich eine Gleichheit mit Gott anmaßen und will dadurch seine Schuld leugnen, die ihn Gott zutiefst ungleich macht. Diese Ungleichheit können wir Menschen nicht von uns aus überspringen. „Gleich“ und versöhnt macht uns Gott, in dem er uns in die Kindschaft stellt und uns dann eine neue Form des Lebens erlangen lässt.

3) Gal. 6,2+9+10: Auch Brüderlichkeit versucht die Welt verzweifelt zu erzwingen. Sie muss dies tun, da auch die „Gleichen“ von sich aus noch keine Verantwortung oder Anteilnahme füreinander kennen. Verzweifelt ist aber immer der Versuch, eine Gemeinschaft zu schaffen, ohne sich dem Schuldbewusstsein vor Gott gestellt zu haben. Der Grund der Gemeinschaft, die Christen leben, liegt immer in der Person Jesu Christi. Dadurch spiegelt die christliche Gemeinde immer die göttliche Natur wieder.

Wir sind in diesem Leben leiblicher Mensch und somit der Zeit ausgeliefert. Deshalb habe ich die Zeit, in der ich lebe als „Zeit des Dienstes“ zu begreifen. Wir müssen mit und nicht ohne Gott Freiheit suchen. Wir sind befreit davon, mit unvergebener Schuld eine Gemeinschaft erzwingen zu müssen. Luther hat davon gesprochen, dass ein Christenmensch „ein freier Herr aller Dinge“ und zugleich „ein dienstbarer Knecht aller Dinge“ sei. Das Geheimnis hinter diesem scheinbaren Widerspruch ist die Liebe, die nur möglich ist, wo uns die Dinge und Verhältnisse im Wissen um unsere Freiheit in Christus nicht knechten, und die zugleich die unbedingte Freiheit der Hingabe kennt, wie Christus sich für uns hingegeben hat. Die christliche Gemeinschaft ist in der Liebe Gottes zu den Menschen begründet, die sich in Jesus Christus offenbart hat und die uns ebenso in die Freiheit wie in die Würde der Gotteskindschaft einsetzt.

Dany Hameau

Text: Eph. 3,8-10

 

Wenn Sünder sich zu Gott bekehren, dann wird darin die Größe Gottes offenbar und das Werk Gottes in der sichtbaren und der unsichtbaren Welt bekannt. John Stott kommentierte zu diesem Kapitel: Die Welt ist die Bühne, auf der die Christen ihre Aufgabe wahrnehmen. Hauptakteure sind die Mitglieder der Gemeinde. Gott selbst ist Regisseur dieser Aufführung. Die einzelnen Akte hat Gott festgelegt. Doch wer sind die Zuschauer? Es ist die unsichtbare Welt.

3 Eigenschaften der Gemeinde unserer Zeit.

 

1.) Die Bedürfnisse der säkularen Welt.

Das postmoderne Zeitalter nimmt Dinge auseinander ohne aufzubauen. Unsere westliche Welt war einmal auf die 10 Gebote Gottes gebaut. Der Grundstein wurde entfernt ohne ihn zu ersetzen. Jeder muss jetzt seine Werte definieren und es soll keine absolute Wahrheit mehr geben. Doch Echtheit und Wahrheit werden von den Menschen genauso gesucht wie Gewissheiten, die durch das Leben tragen. Politik, Religionen und Wissenschaft konnten ihre Versprechen nicht einhalten. Während wir materielle Bequemlichkeit erreichten, ging geistliche Klarheit verloren. Persönliche Beziehungen die prägen und in der Zeit standhalten fallen auf.

 

2.) Die Stärke der Christen:

Was haben wir als Christen bekommen?

- Jeder Christ hat ein persönliches Erleben mit Gott, ein Zeugnis der Rettung durch Bekehrung zu Jesus Christus. Das entgeht der unsichtbaren Welt nicht (Eph.3,10).

In 1. Kor. 6,9-11 beschreibt Paulus die Herkunft der Gemeindemitglieder aus Korinth. Wenn ich mir bewusst werde, woher ich komme, dann kann ich dahin nicht wieder zurückkehren.

-Ein Gott, der uns hört und sich unserer Nöte annimmt.

- Unser Leben ist auf Gewissheit gegründet (1. Joh. 2,17 – „Wer Gottes Willen tut, der bleibt.“)

- Wir haben Antworten auf die Fragen der Welt, weil Christus uns geheiligt hat.

- Durch die Botschaft des Kreuzes und der Versöhnung haben wir den Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben. Was mich beeindruckte, als ich Christen traf, war die Echtheit ihrer Beziehung untereinander. Die christliche Gemeinde vereint verschiedene Völker und Stände.

 

3.) Welche Gemeinde ist in unserer Zeit nötig? Was ist ihre Bestimmung von Gott?

Sie ist von Gott berufen, zuallererst ein Ort der Anbetung zu sein, wo Gott gedient werden soll. Die Gemeinde muss diese Gewissheit wieder ergreifen und hinaustragen. Sie ist auch der Ort der Weiterführung für Christen: Die Heiligen werden für ihr Amt zubereitet um Sieg zu bekommen zum Zeugnis der Gnade Gottes und Seines Sieges über den Satan. Für die Welt soll die Gemeinde ein Ort der Offenbarung sein –aus einem Sünder kann ein Mensch werden, der Gott verherrlicht. Die Gemeinde ist ein Landeplatz Gottes in unserer Welt, sie sollte eine Sehnsucht nach dem Himmel wecken.

 

Sechs Eigenschaften der Herrlichkeit des Himmels, die auch in der Gemeinde sichtbar sein sollen:

  1. Himmel ist da, wo Gottes Herrlichkeit sich offenbart. (Ps. 29,9/ 1.Thess.2,12).
  2. Die Heiligkeit Gottes. Der Himmel ist ein geschützter Ort. (Offb.21,27/Eph. 1,4)
  3. Die Freude des Heiligen Geistes regiert. (Röm. 14,17/Eph. 5,18)
  4. Der ewige Sieg Jesu wird gefeiert. (Jesaja 64,13+14)
  5. Hier bekommt und gibt man die göttliche Liebe.
  6. Einheit und Harmonie herrschen. (Joh. 17)

Missionar Ilie Coroama

Zeugnis: Herr Coroama berichtete aus seinem Dienst für Gott in der Zeit des Ceaucescu – Regimes.

Frau Pfarrer Annemarie Graf

Zeugnis: Frau Annemarie Graf berichtete aus ihrem Dienst für Gott in ägyptischen Gefängnissen.

Missionar Ernst Tanner

Wenn wir unsere Zeit betrachten, dann ist es gut, wenn wir Zeiten vergleichen könne. Ich selbst komme aus einer Generation (1927), in der wir Erweckungsluft kannten, Menschen fühlten sich noch unter Gottes Wort gezogen. Geprägt wurden diese Zeiten vom Wort Gottes, das die Menschen in Sündenerkenntnis und Busse führte. Gleichzeitig war auch immer das Wirken des Heiligen Geistes nötig. Wahre Buße ist immer ein Zerbruch, der zwar weh tut, aber auch Frieden bringt. Im Buch Nehemia wird das deutlich (Nehemia 8,9+10). Aus dem Zerbruch kam die Freude im Herrn. Das geschieht in Erweckungszeiten. Dieses Wirken kann der Mensch nicht von sich aus machen. Wo der Heilige Geist nicht mehr wirkt, da bleibt die Erfahrung oder die Methode. Leider sterben viele Erweckungen einfach aus. Doch es gibt Hoffnung für uns, die wir in einer gottlosen Zeit leben. Wir wurden von Jesus gelehrt zu beten: “Dein Reich komme“ und „so lasset Euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“. Dieses Gebet Jesu ist ein missionarisches Gebet. Ich möchte Ihnen Mut und Gottvertrauen mitgeben für das „Unmögliche“. Denn wir sind Diener des mächtigen Königs aller Könige.

 

Filmbeitrag und Berichte über die Arbeit der Helimission.

Prof. Dr. Ion Socoteanu

In den Timotheusbriefen lehrt Paulus Timotheus über die letzte Zeit.

- Wann ist diese letzte Zeit?

Die schweren Zeiten begannen mit dem Sterben der Apostel und werden andauern bis zur Wiederkunft Jesu. Die Apostel wussten, dass Verführer kommen werden. Jesus selbst hatte ihnen das offenbart in Matth.13, 24-30. Paulus schreibt in Apg. 20, dass nach seinem Tod reißende Wölfe kommen werden. Auch Petrus schreibt ähnliches in 2. Petr. 2,1 und 3,3. Johannes warnt im 1.Joh. 4 und im Judasbrief Kapitel 4 spricht auch Judas von diesem Phänomen.

- Kennzeichen der letzten Zeit:

Der moralische Niedergang der Christen. Paulus schreibt Timotheus, dass er Menschen meiden solle, die den Anschein eines Christen haben, aber die Kraft Gottes leugnen (2.Tim 3,5). Diese sind immer arrogant, halten sich für reich, sind in Wirklichkeit aber arm.

Paulus hatte die gute Saat gestreut (1. Tim4,6/6,3 u.a.), danach aber kamen Irrlehrer, die dämonische Lehren verbreiteten (unnütze Worte und Lügen, Essvorschriften, Heiratsverbote, Frage- und Wortstreitereien) - vgl. 1.Tim. 4.

- Ursachen für diesen Zustand:

Die Ältesten der Gemeinden waren nicht wachsam, vielleicht erfüllten sie nicht mal mehr ihr Amt in der Gemeinde. Paulus schrieb in 1. Tim. 3, worauf es ankommt bei der Wahl der Mitarbeiter. Aber als dann Irrlehrer kamen, wählte man sich die Lehre und Lehrer aus, die den eigenen Wünschen entsprachen (2. Tim. 4,3).

- Haltung des Christen im Blick auf diese letzten Zeiten:

Paulus klagt an keiner Stelle darüber, dass Nero Kaiser war, dass die Zeit deshalb so schwer war. Aber der Grund für schwere Zeiten ist die Gemeinde, die Salz und Licht der Erde ist. Wenn das Salz nicht mehr salzt und das Licht nicht mehr scheint, wird es dunkel. Deshalb mahnt Paulus seinen Schüler in 1.Tim. 4, 16 in erster Linie auf sich selbst Acht zu haben. Nachdem Timotheus die gute Lehre empfangen hatte, sollte er weiterhin die Ausübung dieser üben um Athlet, Ackermann, Soldat im Glauben zu werden und sogar ein Vorbild den Gläubigen - und erst als Belohnung dann König. Körperlich scheint Timotheus nicht stark gewesen zu sein und dennoch ermahnt Paulus ihn, stark zu sein indem er Gnade um Gnade nimmt, diese Menschen meidet, die Lüste der Jugend flieht und nicht allein bleibt, sondern Gemeinschaft mit anderen Christen sucht.

Alles, worauf die Lehre beruht, ist das, was wir am Anfang als Fundament erhalten haben. Wir können aber das Material wählen, mit dem wir darauf bauen: Gold, Silber, Edelsteine, Stroh, Holz.

Stephen McDowell

In Zeiten wie diesen braucht es Christen, die das Reich Gottes vorantreiben – auf der evangelistischen und der kulturellen Ebene.

1430 war 1% der Menschheit Christen, heute sind es 25%, die sich Christen nennen –wirklich bibelgläubig schätzt man nur einen Bruchteil davon. Obwohl Gott mächtig wirkt und sich viele bekehren, stehen wir doch in einem Kampf – auch einem Kampf der Kulturen (Christentum – Säkularisierung - Islam, der Wert des Lebens u.v.m.).

Wie begegnen wir diesem Kampf? Jesus gibt uns einen Auftrag in Matth. 28, 18-20. Das Ausmaß dieses Befehls haben wir noch nicht verstanden: Uns ist gegeben ALLE Macht. Zuerst bezieht sich dies auf die Bekehrung einzelner. Doch Gott gab uns bei der Schöpfung auch den Auftrag, über die Erde zu herrschen und uns zu mehren. Dies ist ein kultureller Auftrag.

Dies verlangt von uns, alle unsere Fähigkeiten zu Seiner Verherrlichung einzusetzen. In Luk. 19,11-17 lesen wir das Gleichnis der Talente [minas], welche die Knechte zu verwalten hatten. Minas bedeutet Geld, Fähigkeiten, Begabungen. Gott hat einen Plan für jeden einzelnen und unterschiedliche Berufungen für die Gemeindeglieder. Die Ausübung eines Berufes ist eine Art dieses Verwaltens, durch die wir den kulturellen Auftrag erfüllen können. Es geht darum, die Wahrheit durch Wissenschaft zu entdecken, durch Technologie anzuwenden, durch Erziehung und Kunst weiterzugeben und durch Regierung und Justiz zu schützen.

Zahlreiche große Naturwissenschafter waren Christen, zum Beispiel Isaac Newton. Er fand das Gravitationsgesetz und vieles mehr, schrieb aber mehr christliche Bücher als wissenschaftliche (z.B. Philosophy of Nature). Michael Faraday, einer der größten experimentellen Physiker, schreibt: „Unsere Hoffnung ist im Glauben an Jesus Christus begründet.“

Auch unter den Entdeckern und Kolonialisten waren überzeugte Christen. So schreibt Christoph Kolumbus in seinem „Book of Prophecies“, dass Gott ihm gezeigt hatte, dass es möglich sei, westwärts zu segeln. Richard Hakluyt 1584 empfahl in Schreiben der Königin Elizabeth I. Kolonien in Amerika zu gründen um den Ruhm des Evangeliums zu verbreiten und einen Zufluchtsort für um des Evangeliums willen Verfolgte zu schaffen. In der Zeit dieser Kolonialgründungen bekehrte sich die bekannte Indianerprinzessin Pocahontes als Teenagerin.

Viele Erfinder verbreiteten die Wahrheit durch Technik. Als Beispiel nennen wir Johannes Gutenberg, der als erstes Bibeln druckte und durch seine Erfindung eine Massenverbreitung von Gedrucktem ermöglichte – gerade bevor die Reformation begann. Samuel F. Morse erfand 1832 den Telegraphen. Das erste Telegramm, das aus dem Kapitol in eine Stadt versandt wurde, ist ein Bibelvers: „Was hat Gott vollbracht!“ Er selbst schreibt später Gott die ganze Ehre dieser Erfindung zu. Dr. Crawford W. Long entdeckte Schwefeläther als Betäubungsmittel für die Chirurgie in 1842 und bekannte: „Mein Beruf ist für mich ein Auftrag Gottes“.

Gott hat zu jedem Bereich unseres Lebens etwas zu sagen. Und er hat jedem etwas zu sagen, für jeden eine Berufung. Er braucht nicht nur intelligente und reiche Leute. Dies zeigt sich am Beispiel von George W. Carver, der als Nachkomme von Sklaven elternlos aufwuchs. Mit 10 wollte er unbedingt die Schule besuchen und verdiente sich nebenher das nötige Geld. Er studierte Agronomie und durch seine Erkenntnisse wuchs die Wirtschaft der US-Südstaaten. Er bat Gott jeden Morgen, ihm zu zeigen, was er an dem Tag tun sollte. Und Gott zeigte ihm, dass die Erdnuss dort gut wächst und wozu er sie verwenden konnte.

Weitere Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen werden als Beispiele genannt, wie sie als Lehrer, Ökonomen, Politiker, Künstler etc. die Wahrheit Gottes verbreitet haben. Auch uns will Gott dazu gebrauchen.

Michel Forey

Die Zeit Nehemias kann als Wendepunkt in der Geschichte Israels gesehen werden, es ändern sich mit ihm die Einflusskräfte. Jerusalem gewinnt an Bedeutung, Samarias Einfluß nimmt ab.

Mit dem Kommen Jesu gab es auch einen Wendepunkt in der Geschichte, denn durch das Kreuz haben sich die Einflüsse verändert. Die Macht der Gnade breitete sich aus. Paulus erklärt, dass die Kraft des Kreuzes (Röm. 5,20+21) die stärkste Kraft darstellt.

Die Geistlichkeit unseres Jahrhunderts ist aber keine biblische mehr. Man versucht Spiritualität zu schaffen. Menschen werden in Erfahrungen geführt, die von außen gemacht sind.

Samaria hatte nur deshalb einen ehemals starken Einfluss, weil in Israel eine Leere war. Über 70 Jahre gab es keine Opfer mehr und der einzige wahre lebendige Gott wurde nicht mehr im Tempel angebetet. So ist es auch mit einem Leben, das leer ist im Dienst für den Herrn – dieses Leben ist in Gefahr. Auch in der Geschichte der Christenheit entstand immer dann große Not, wenn die Gemeinde nicht erfüllt war von Gott. In unserer Zeit gilt es, diese Leere zu bekämpfen.

5 Herausforderungen des Textes lassen sich auch auf die Gemeinde übertrage:

1.) Was machen die ohnmächtigen Juden?

Dieses Wort ist auch schon übersetzt worden mit „die „erbärmlichen“ Juden. Nehemia bekam einen außergewöhnlichen Auftrag – der Auftraggeber war Gott selbst. Gott wählt zum Bauen oft ungewöhnliche Gefäße, von denen er nichts als Gehorsam erwartet. In der Schwachheit des Menschen kann Gott sich am besten verherrlichen (1.Kor. 1,26). Paulus konnte von sich sagen: „Was ich bin, das bin ich durch die Gnade Gottes“.

2.) Lassen wir zu, dass sie bauen?

Von der Kindheit bis zum Kreuz hat der Teufel sich Jesus widersetzt (Hebr. 12,3). Persönlicher Lebensbericht des Referenten über Widerstände in seinem Dienst für Gott.

3.) Wollen sie opfern?

Es gab zu diesem Zeitpunkt keinen Altar mehr. Die Frage könnte auch lauten: „Wird das Opfer stattfinden?“ Bis zum Kreuz wollte der Teufel verhindern, dass das Opfer Jesu vollendet wird (Röm. 6,10). Das Kreuz Jesus steht für Kraft, Sieg und ist das ewige Versöhnungszeichen zwischen Gott und Mensch. Unsere Zeit, die das Glück sucht, braucht das Kreuz – dies und die Auferstehung zu verkündigen, das ist unser Privileg.

4.) Wollen sie es heute vollenden?

Der Heilige Geist wurde der Gemeinde anvertraut, damit sie das Werk vollenden kann. (Joh. 17,4) Jesus hat sein Werk vollendet, Paulus hat den Lauf vollendet (2.Kor.7,1). Wir sollen die Heiligung in der Furcht Gottes vollendet. Ohne zu wissen was uns begegnet, wissen wir doch, dass wir den Plan Gottes vollenden müssen. Er weiß, wann mein Lauf endet. Wir brauchen Treue im Leben mit Gott und wenn der Mut sinken will, dann blickt auf das Ende. Lasst uns mit Ausdauer unseren Dienst führen!

5.) Wollen sie die Steine aus den Schutthaufen beleben?

Petrus hat diese Frage beantworte: „Lasst Euch als lebendige Steine aufbauen als ein geistliches Haus ...“ (1. Petr.2,5). Hierin liegt der Kern des Evangeliums: Egal in welchem Zustand die Steine sind, sie können zu Leben erweckt werden.

Persönlicher Lebensbericht des Referenten über die Begegnung mit einem verzweifelten Menschen der Jesus fand.

Pfarrer W. Sartorius

1.) Die Signale stehen auf Sturm

Wir stehen in der Endzeit. (2. Tim3,1-5 / Matth. 24). Beten wir vermehrt für unsere Brüder und Schwestern, die gerade jetzt in der Verfolgung stehen. Es wird geschätzt, dass 2007 ca. 180.000 Glaubensgeschwister des Glaubens wegen ihr Leben verloren haben. Als Zeichen der Zeit werden viele auftreten, die sich als „Christusse“ bezeichnen.

Zeichen dieser Zeit:

Hoffnungslosigkeit, die Kirche fördert Dinge, die der Heiligen Schrift widersprechen, man spricht nicht mehr von Sünde, chaotische Zustände herrschen vor in vielen Ländern, die Grundlage der christlichen Lehre wird unterwandert, Religionen werden vermischt. Zudem wird das Wort Gottes vernachlässigt, es ist keine Autorität mehr und darf nicht mehr in Frage stellen. Als Folge bekommen Philosophien Platz, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Person Jesu wird nicht mehr als das Lamm Gottes gesehen, dass der Welt Sünde trägt.

2.) Christen kommen in vorbereitete Stellungen

Es ist ein unverdientes Vorrecht, dass wir in dieser bedeutungsvollen Zeit leben dürfen: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils“ (2. Kor. 6,2). Indem wir im Umgang untereinander Liebe haben (Joh. 13,34), sollen wir der Welt Christus zeigen. Was wäre das für ein trauriges Bild, wenn Jesus wieder kommt und unter dem Kreuz eine zerstrittene Schar steht. Diese Zusammenhänge kann nur verstehen, wer in der persönlichen Seelsorge Jesu steht. Die Ereignisse aus Matth. 24 haben die Weltgeschichte immer begleitet – doch nun verdichten sie sich. Indem wir sendende Gemeinden werden, können wir daran mitarbeiten, dass das Ende kommt. Machen wir es uns zu einem Anliegen, dass Menschen in Regionen gehen, in denen das Evangelium noch nicht bekannt ist.

3.) Lobt Gott getrost

Ein Bibelübersetzer in Afrika suchte eine Übersetzung für das Wort „hoffen“ - aus einer Redewendung der Eingeborenen entstand der Begriff „durch den Horizont sehen“.

Jeremia 33,3 – Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfassbare Dinge von denen du nichts weißt.

Röm. 4,18 – Abraham glaubte gegen alle Hoffnung auf Hoffnung hin.

Wir haben Grund zur Hoffnung, obwohl vieles die Hoffnung untergraben will (z.B. Zweifel/ Menschenfurcht/ Geld/ Hektik des Alltags/ keine Gemeinschaft).

Kol. 1,23 – „Weicht nicht von der Hoffnung des Evangeliums“

Auch wer schwere Zeiten im Leben durchlebt, darf als Christ getrost bleiben. Aus der Enge eigener Horizonte nimmt Christus die Seinen hinein in das Leben mit Ihm – das beinhaltet oftmals Leiden um Seines Namens willen. Jesus hat die Leiden besiegt, dadurch werden Jünger Jesu im Leiden zu Zeugen Jesu.

Seien Sie in Zeiten wie diesen getrost unterwegs, weil Jesus bald wiederkommt.