Europäische Predigerkonferenz 2012

Die Mission KwaSizabantu Europa hatte zur sechsten europäischen Pfarrer- und Predigerkonferenz in Bilten eingeladen.

An der diesjährigen europäischen Pfarrer- und Predigerkonferenz konnten wir rund 550 Teilnehmer begrüssen. Die Konferenz war in der Vielfalt und auch in der Tiefe der verschiedenen Referate ein Segen und eine Ermutigung.

Das Thema der Konferenz lautete „Weide meine Schafe“ entsprechend dem Text in Johannes 21, 17. Das Weiden, Betreuen, Begleiten und die Fürsorge für die anvertrauten Kinder GOTTES, die Mitglieder der Kirche oder der Gemeinschaft ist ein Auftrag GOTTES an seine Knechte. Wie tun wir das?

Pastor Albrecht Vanroose

Prediger, Pastoren – können wir feste Speise aus dem Wort Gottes vertragen. Viele Christen haben großes Interesse an den biblischen Geschichten, doch gilt unsere Aufmerksamkeit auch den „Geheimnissen des Evangeliums“?

Eph. 4,11-15 – „… damit wir nicht mehr unmündig sind“. Im geistlichen Leben und im Wort Gottes sollen wir feststehen. Doch wenn wir immer noch die Merkmale eines Kindes mit uns tragen und noch nicht gewachsen sind zur Reife, dann sind wir für das Hirtenamt untauglich.

Ich möchte mich heute Morgen auf die Nahrung konzentrieren, die wir den Schafen geben, die Gott uns anvertraut. Woher holen wir diese Nahrung? Kennen wir das Wort Gottes? Apg. 3 – Petrus bezeugt dem Lahmen, „… was ich habe, das gebe ich dir“. Jesus verheißt seinen Jüngern – dieselben Werke zu tun, wie er sie getan hat und sogar noch größere.
Weshalb beten Menschen oftmals so viel und es passiert nichts, während Gottes Wort mächtig und Gott selbst allmächtig ist? In der Bibel steht, „ich gebe euch Macht, Gottes Kinder zu werden“. Wollen wir in Gottes Familie eintreten? Was Gott dir gibt, ist nicht nur für dich – du sollst es seinen Schafen geben. Gott hat die Geheimnisse des Reiches Gottes seinen Jüngern offenbart.

Ein Jünger folgt seinem Herrn, er lernt und er ist gehorsam. Lukas 14,12-24 – V.15 – „Selig ist der das Brot isst im Reich Gottes“. Wenn Gott uns ruft und zur Gemeinschaft mit sich einlädt, dann dürfen wir keine Entschuldigung haben. Wir dürfen essen in Gottes Königreich mit IHM. Wenn du weißt, dass Gott zu dir gesprochen hat – weshalb musst du dann noch darüber beten? Handle, wenn Gott redet, ohne Ausreden – das bedeutet an seiner Mahlzeit teilnehmen.

Unsere Nahrung soll von Gott kommen und nicht aus der Welt. Joh. 20,30+31 In der ganzen Welt erleben die wahren Gotteskinder, dass der Heilige Geist Autor und Ausleger des Wortes Gottes ist. Ich bin nicht beschäftigt mit den Fehlern und Dummheiten anderer Menschen, sondern mit den großen Taten des lebendigen Gottes. Diese Nahrung haben wir weiterzugeben. Damit das Wort Gottes Eingang findet in die Herzen der Menschen und sie freimacht.

Wo wir die Furcht Gottes unseren Kindern und Jugendlichen nicht mitgeben, erleben wir, was heute an vielen Orten geschieht – junge Leute verlassen die Gemeinden. Viel zu schnell denken wir, wir wüssten es besser als Gott – doch unsere Weisheit ist Torheit in Gottes Augen.

Gott wirkt mit seinem Wort wie mit einem zweischneidigen Schwert. Gottes Wort schafft Klarheit, das müssen dann wir Pastoren nicht mehr tun. Viele Prediger füllen ihren Platz aus wie einen Arbeitsplatz, doch wenn wir in das Hirtenamt eintreten, ohne eine Berufung zu haben, dann werden wir unseren Schafen keine Nahrung geben können. Die gute und nützliche Nahrung, die wir den Schafen geben können, ist das „Wort Gottes“ – es versetzt uns auch in die Lage, ein Leben zu leben, das Gott gefällt. Lasst uns zu diesen einfachen Wahrheiten zurückkehren und erleben und sehen, was Gott tun kann unter uns und im Leben seiner Schafe.

Pfarrer Richard Zberg

Amos 3,7 – Gott offenbart sich seinen Knechten im Voraus, nicht um unsere Neugierde zu befriedigen. Die Zeit der Wiederkunft Jesu wird sein wie zu den Zeiten Noahs. Es war den Menschen nicht bewusst, dass es 40 Tage lang unaufhörlich regnen würde. Gott offenbart sich seinen Knechten, um uns vorzubereiten. Daniel 2,34 Daniel sieht wie vom Berg ohne zutun von Menschenhand ein Stein gelöst wird. Jesus ist durch die ganze Kirchengeschichte zwar Sieger, doch wir erleben momentan wie das christliche Abendland seine Berufung verwirft. Gottes Volk hat immer wieder seine Berufung – wissentlich oder unwissentlich – verworfen. Das sind die Zeichen unserer Zeit. Als Hirten sind wir aufgefordert unsere Schafe vorzubereiten und zu warnen, der Hirte muss weitergeben, was Gott offenbart. Unser Auftrag bleibt in allen Zeiten, die Menschen zu Jesus zu führen.
  
Die Schuldenkrise der Europäischen Union konnte zwar zunächst überwunden werden, doch die Einführung einer neuen politischen Weltordnung kann als Folge davon vereinfacht angegangen werden. Eine neue Weltordnung ohne Jesus Christus. Laodizea steht für die Kirche der Endzeit, die in ihren Augen so reich zu sein scheint, dass sie ihren Herrn nicht mehr braucht. Philadelphia steht für die arme Gemeinde, die zwar eine kleine Kraft, aber auch eine offene Türe hat. Das ist die Gemeinde, die wir heute außerhalb Europas finden. Gott sagt dieser Gemeinde zu, sie zu bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird.

                        
Wir in Europa scheinen zu klug zu sein für die einfachen Wahrheiten des Evangeliums. Zu welcher Gemeinde gehörst du: Laodizea oder Philadelphia? Doch befreiend ist nur die Wahrheit. Den Lämmern und den Schafen ist die Wahrheit zuzumuten. Elia fragt, weshalb hinkt ihr auf beiden Beinen. Das beschreibt unseren Zustand in Europa. Auf beiden Beinen hinken und auf keinem gerade stehen.

Törichte Jungfrauen (Offb. 25,5) sind die, die vom Geist der anderen Menschen leben wollen. Sie zeigen das in ihrer Frage an die anderen Schlafenden – „Gebt ihr uns …?“.
In Matth. 16 spricht Jesus die Pharisäer an – „Ihr kennt das Wetter, aber die Zeichen der Zeit erkennt ihr nicht …“. Sind wir auch Hirten, weil wir die Zeichen der Zeit erkennen? Wir müssen Gottes Wort, und vor allem die Offenbarung des Johannes lesen und studieren, um unseren Gemeinden den richtigen Blick in die Zeit geben zu können.
-Diverse Bezüge aus der Offenbarung werden in unsere Zeit gezogen-

 

Die Standhaftigkeit der Heiligen ist nötig. Das Wort Gottes und die Offenbarung des Johannes reden auch von den Standhaften, deshalb ist sie auch ein Buch der großen Ermutigung.

Wo sind heute die Propheten, die uns in unserer Zeit sagen können, was der Herr gesagt hat?

Hebr. 12,22 – „Ihr seid schon hinzugekommen zu der Festversammlung der Erstgeborenen ... ihr seid gekommen zum himmlischen Jerusalem.“

 

Verfolgung wird auch über die Gemeinde in Europa kommen, doch das Gericht richtet auch immer zu Recht. Wir müssen nur den Herrn fürchten und nicht die Dämonen.

Jesus befreit dich von jeder Sünde, die dich belastet, er befreit zur Bereitschaft zu ihm entrückt zu werden. All diese Erkenntnis führt uns zur Gewissheit, dass es sich lohnt, mit Jesus ganze Sache zu machen. Der Herr spricht: „Ja, ich komme bald“. Johannes antwortete: „Komme Herr Jesus, unser Herr komme.“

Dr. Róbert Molnár

Zeugnis aus seinem Leben – Werdegang als Christ und Politiker. Durch persönliche Krise und Zerbruch der eigenen Familie fing Róbert Molnár an, nach Gott zu fragen und ihn zu finden.

Ihm fiel beim Lesen der Psalmen auf, dass David auch dann noch Gott dankte, als es ihm schlecht ging.

In der Nacht fragte er selbst im Gebet, ob er denn in seiner jetzigen Situation Gott auch danken solle. In seinen Gedanken kam ihm immer wieder die Bibelstelle 1. Mose 16,9 in den Sinn und er verstand, dass das Wort ganz konkret auf seine Ehe anzuwenden ist. Gleichzeitig fing Gott auch an, mit seiner Frau zu reden. Er selbst versöhnte sich mit Gott und verstand, dass danach auch mit dem Mitmenschen die Verhältnisse wieder zu ordnen sind.

Wieder der eigenen Frau in die Augen zu schauen, war nicht leicht, aber es war der Weg der Heilung.

Heute ist ihm klar, wenn Gott uns lehren will, einen Berg zu besteigen, muss er uns zuerst in ein Tal führen. Hesekiel 33,6+7  

Die Welt entfachen, kann nur ein brennender Christ. Wo die Christen nur unter sich bleiben und nicht bereit sind, auch in die Politik zu gehen, werden wir des Segens verlustig, den Gott auch durch politische Entscheidungen schenken möchte.

„Weide meine Schafe“ kann für einige auch bedeuten – „Führe ein Land“. Das Licht hat den Auftrag, in die Finsternis hinausgetragen zu werden. Jesus ging hinaus zu den Menschen, er hat sich nicht in einem kleinen Kreis aufgehalten und gehofft, dass jemand kommen würde. Jesus hat sein Leben verloren und so ging es auch vielen Jüngern. Doch uns soll bewusst sein, keine Krone ohne Kreuz.

Rev. Youssef Ourahmane

Die westliche Welt sollte lernen, die Bibel mit Glauben zu lesen. Gott hat versprochen, seine Gemeinde zu bauen und ich bin überzeugt, dass IHM nichts unmöglich ist.

- Verschiedene Zeugnisse von Moslems, die sich zu Jesus Christus bekehren, werden gegeben.-

 

Wir erleben eine große Offenheit für den Glauben unter Moslems. Aufgewachsen in einer moslemischen Familie suchte ich von 1977 an drei Jahre lang nach Gott und beendete meine Suche damit, dass ich Jesus Christus mein Leben versprochen habe. Ganz einfach weil er einzigartig ist. Dann realisierte ich, ohne diesen Jesus bin ich verloren. Mein Gemeindehintergrund aus den ersten Jahren war die Arbeit von Operation Mobilisation, der ich angehörte.

- Ein Kurzfilm über die Missionsarbeit in Algerien wird gezeigt.-


1980 begann eine Erweckung in Algerien. Es wurden damals viele Missionare des Landes verwiesen und viele dachten, das sei das Ende der Gemeinde im Land. Die Regierung vergass, dass sich der Heilige Geist aus keinem Land verweisen lässt. Heute bekennen sich ca. 100.000 Algerier zu Christus.

 

Psalm 15 – Es geht in unserer Berufung nicht um Aktivismus, sondern um eine innige Gemeinschaft mit Jesus Christus. Wo wir die nicht haben, können wir auch keine Hirten sein.

Davids Verlangen war es, in inniger Gemeinschaft mit Gott zu leben. Er wollte geistlich „auf dem Berg“ bleiben. Er fragt: „Wer darf in deinem Zelt weilen und auf deinem Berg wohnen?“ – Nur die Menschen, deren Hände und Herzen rein sind. Die keine Götzen anbeten und keinen falschen Eid schwören. Sie empfangen den Segen des Herrn. Gott antwortet sozusagen auf den Wunsch Davids und nennt die Bedingungen inniger Gemeinschaft. Die gelten heute so wie damals.

Die Herausforderung als Pastor in Algerien zu arbeiten ist groß, denn die Gemeinden bestehen aus bekehrten Moslems, die keinen Glaubenshintergrund haben. Doch diese Menschen haben Glauben und zweifeln nicht am Wort Gottes. Weshalb stellt man im Westen die Schrift so schnell in Frage? – Die Schrift soll unser Leben in Frage stellen!

David betet in Psalm 51,12 – „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“

Paulus fordert Timotheus auf und meint: „Sorge dich nicht um dein junges Alter – aber sei ein Vorbild im Glauben, Liebe, Reinheit.“

Als Pastoren und Prediger sollen wir durch unser Leben einen göttlichen Maßstab vermitteln. Unser Leben soll unseren Herrn verherrlichen, noch mehr als unsere Gabe zu predigen. Wer in einem muslimischen Land lebt und arbeitet, der steht 24 Stunden am Tag unter Beobachtung. Ladenbesitzer, Polizisten, Nachbarn – sie alle wollen sehen, ob irgendetwas in deinem Leben nicht stimmt. Das Tröstliche ist, der Heilige Geist wacht rund um die Uhr über uns. Gott offenbart David, wenn du in einer innigen Beziehung mit mir leben willst, dann lebe ein vorbildliches Leben. V3 – Ein Mensch, der niemanden verleumdet. Wir werden Rechenschaft geben über jedes unnütze Wort. Mögen unsere Zungen der Kontrolle des Heiligen Geistes unterstehen. Die meisten Missionare verlassen heute das Werk Gottes, wegen Verleumdungen durch Brüder und Schwestern. Jährlich besuche ich eine Konferenz diverser afrikanischer Missionswerke. Ich habe traurige „Wettkämpfe“ gesehen unter verschiedenen Missionen. Gott warnte David, seine Zunge im Zaum zu halten – er warnt auch dich und mich. V3 – „wer seinem Nächsten nichts Arges tut.“ Wie oft kommentieren wir übereinander: „Diese Gemeinde / Kirche ist zwar ganz "ok", aber …“ Wir drücken die anderen runter, um selbst höher zu erscheinen. Gott sucht heute Menschen, die gerecht vor ihm wandeln. V 4 – sei tot der Sünde gegenüber und lebe für den Herrn. Gott warnte David. Das, was du im Geheimen bist, das musst du auch vor Menschen sein.

Dr. Michael R. Avery

„Weide meine Schafe“ – ein Prediger fragt sich aus diesem Auftrag - wie stille ich die Bedürfnisse der Schafe?

Der Schwachpunkt vieler Erweckungen liegt darin, Neubekehrte zu Jüngern zu machen. Viele Prediger begründen diesen Mangel damit, dass sie zu beschäftigt seien. Doch der wahre Grund ist die innere Leere vieler Prediger. Deine Gemeinde bildet nur ab, wie tief du selber mit Jesus verbunden bist. Ist der Prediger weltlich gesinnt, dann ist das auch die Gemeinde.

Es geht nicht in erster Linie um die korrekte Vorbereitung einer Predigt – ein Prediger muss Gott kennen. Damit meine ich eine innige Beziehung. Es ist das Geheimnis der Mitarbeiterschaft Gottes. Oberflächliche Prediger möchten „für“ Gott arbeiten und erwarten nach getaner Arbeit eine Belohnung.

Johannes 17,1-12 - Gott sagte schon sehr früh: „Ich kenne Abraham“, und im NT „... ich kenne meine Schafe.“. Das im Urtext verwendete Wort beschreibt auch Intimität, es steht gleichzeitig für die innigste mögliche Verbindung mit Gott. Matth. 7,21 „… ich habe euch noch nie gekannt ...“. In vielerlei Hinsicht taucht das „Kennen“ Gottes in der ganzen Bibel auf.  

Prediger, die das Evangelium billig gemacht haben, beschreiben das ewige Leben als einen statischen Zustand, den ich besitze wie eine Geburtsurkunde, jetzt kann ich leben, wie ich will.

Doch die Bibel sagt: „Ewiges Leben“ bedeutet, Gott zu kennen. Christus in uns. Ewiges Leben ist in Beziehung stehen zu Jesus Christus.

Joh. 3,3 – wer nicht von Neuem geboren ist, kann nicht in das Himmelreich kommen. Es muss den Moment geben, in dem Du vom Tod ins Leben übertrittst.
- Gott zu kennen, gibt uns auch eine Richtung. Als Jesus sagte: „Folget mir!“, hieß dies – jetzt mit Jesus auf dem Weg zu bleiben. Er geht voran, wir in seinen Fußstapfen. In unseren Herzen muss eine Bereitschaft sein für das, was Gott von uns möchte. Ohne Widerstand gegen das, was Gott von uns möchte. Ich kehre mich ab von Falschem und folge aus gehorsam meinem Herrn.

- Gott zu kennen ist auch Transformation. Wir werden zu neuen Menschen, indem wir mit ihm auf dem Weg sind. Paulus geht so weit, dass er sagt: „Christus ist mein Leben“. Gottes erstes Ziel für sein Volk ist, dass wir heilig sind. Wie können wir das ausleben?


Merkmale der Heiligkeit in unserem Leben:

 

1.) Die Gesinnung eines Dieners. Von Timotheus sagt Paulus, er sucht nicht seinen eigenen Vorteil. Frei von Eigeninteressen.
2.) Es ist auch die Liebe eines Ehemannes zu seiner Ehefrau. Heiligkeit hat auch immer die Komponente der Liebe. Unseren Dienst zu tun mit einem Lied in unseren Herzen.

3.) Gehorsam. Den Willen Gottes tun, so gut ich ihn erkenne. Sind wir glücklich, den Willen des Vaters zu tun, egal worum es geht?

4.) Matth. 17,5 – „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe – oder … Er macht mir Freude“. Die höchste Form der Heiligkeit besteht darin, Gott Freude zu bereiten.

- „Gott zu kennen“ – beschreibt „Beziehung“. Wir sind dazu geschaffen, mit Gott in Beziehung zu stehen.
Gott offenbarte sich zum ersten Mal als Freund, das Schlüsselwort der ersten Kapitel der Bibel ist das Wort „wandeln“. Gott wandelte mit … Stelle dir vor – Gott möchte mit dir wandeln. Direkt nach der Auferstehung „wandelte“ Jesus mit den Emmausjüngern.  

Wie können wir ein inniges Verhältnis zu unserem Gott entwickeln? Es verlangt Zeit, Kommunikation – doch der Schlüssel ist unser Leben im Geist Gottes zu führen. Das ist die Folge einer vollkommenen Hingabe an Gott.

Rev. Timothy Keep

Hiob 2,1-3

Bevor Petrus die Herde Gottes weiden konnte, musste er den Zustand seines eigenen Herzens erkennen. Im Buch Hiob wird uns Hiob vorgestellt als ein Mann der „Integrität“. Deine Treue zu deiner Berufung, in deinem Dienst, deine Hingabe zur Heiligkeit und Rechtschaffenheit, deine Hingabe zum Wandel mit Gott – auch in Enttäuschungen. Ist darin Integrität sichtbar?
Spr. 10,9 – „Wer in Integrität wandelt, der wandelt in Sicherheit.“ Ein nicht getragener Helm kann niemanden schützen im Falle eines Unfalls. Wir sagen vielleicht schnell, dass wir an Integrität glauben – doch glauben wir nicht nur daran, sondern setzen wir das auch um? Der Tiefgang deiner Integrität entscheidet über die Frucht deiner Arbeit. Nach intensivem Studium des Buches Hiobs fiel mir auf – es geht bei Hiob weniger um „Leid“, als um Integrität im Dienst für Gott mitten im Leid. Hiob 2,9 – Seine Frau fragt ihn: „Hältst du noch fest an deiner Integrität?“ – „Sage Gott ab!“ Hiob 27,5 – „Bis dass
mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Integrität!“ Hiob 31,6 – „Man wäge mich auf rechter Waage, so wird Gott erfahren meine Integrität.“ Hiob behielt seine Integrität im Leid. Integrität bedeutet im Urtext – vollständige Aufrichtigkeit des Charakters unter allen Umständen. Keine Kompromisse im Bezug auf Sünde, auch wenn die Person unter Druck gerät und in die schlimmsten Versuchungen. Ein integrer Mensch hält seine Versprechen. Wenn Schwierigkeiten des Lebens uns begegnen, dann erkennen wir am deutlichsten, wie integer wir sind.
Das Buch Hiob antwortet auf die Frage: „Gibt es einen Menschen, der an seiner Integrität festhält, egal wie schwer der Test ist?“
Ein integrer Mensch versteht die „Natur Gottes“. Hiob 1,20+21 – Integrität bedeutet: Hingegeben zu Gott zu leben, ohne auf seine eigenen Besitztümer zu schauen. Satan glaubt, dass Hiob in seinem Dienst für Gott motiviert ist durch seine Besitztümer. Doch auch als Hiob alles – Familie, Besitz – verloren hat, betet er Gott an. Hiob beschwert sich nie bei Gott über den Verlust seines Besitzes, seiner Kinder. Seine eigentliche Tragödie ist der Verlust der Nähe Gottes. Worüber beschweren wir uns, wenn wir etwas verlieren? Wie sehen unsere Hingabe und unsere Anbetung aus? Sind wir vielleicht davon abhängig, wie das Leben aus meiner Sicht verlaufen soll? Wie leben wir, wenn wir die Gegenwart Gottes nicht mehr spüren – sind wir dann unserem Ruf immer noch treu?

Wir Prediger sind „Torhüter“. Wo unsere Integrität versagt, da dringt Böses in die Gemeinde ein.

Satan fährt fort und greift Hiobs Körper an. Wir Menschen klammern uns an das Leben und wir möchten das in körperlich gesundem Zustand tun. Doch immer dort, wo Trauer zur Bitterkeit verkommt, da fehlt uns „Integrität“. Hiobs Frau fordert ihn auf: „Verfluche Gott!“ Trauer ist ein Element des Lebens, doch dort, wo sie sich in Bitterkeit und Widerstand wandelt, fehlt Integrität. Alle Kämpfe, in denen wir auch als Verkündiger stehen, benutzt Gott, um an uns zu arbeiten. Lasst uns mit allem Fleiß unsere Herzen bewahren. Achtet auf eure Gedanken und eure Hingabe! Es gibt aus Gottes Sicht eine viel größere Heilung als die Abwesenheit von Problemen – die Heilung unserer Herzen. Ihr Prediger müsst nicht bitter werden, Gott hat es Paulus wissen lassen: „Lasse dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Wenn wir uns freuen können in unserem Leiden, dann ist das Gnade. Menschen finden Hoffnung, wenn sie den beobachten, der voller Freude durch das Leid gehen kann. Es ist leicht sich zu freuen, wenn die Dinge gut gehen, doch geistliche Integrität ist die Kraft, sich zu freuen, auch wenn Prüfungen kommen.

Wir müssen vorsichtig sein, denn unser Feind wird genannt: der „Ankläger der Brüder“. Und manchmal treffen uns diese Anklagen durch andere Verkündiger, so wie Hiob unter das Urteil seiner Freunde kam. Ist da nicht Sünde in dir, stimmt alles usw.? Die Anschuldigungen des Feindes sind immer sehr allgemein. Im Gegensatz dazu ist das Überführtwerden durch den Heiligen Geist immer sehr präzise und konkret.

Hiob bestand den Integritätstest Gottes, werden wir ihn bestehen?

Pfarrer Winrich Scheffbuch

Der Hirtendienst für Jesus ist der höchste und schönste Dienst. Trotz aller Anfechtungen erleben wir auch immer wieder die größte Erquickung.

 

1. Petr. 5,3-5

Hast du in deinem Dienst auch schwache Stunden? Wir Prediger fragen uns auch – liegt es nicht an mir, dass wieder Leute die Gemeinde verlassen haben?
Schon in der Bibel rufen große Boten Gottes aus: „Nimm mich weg, ich tauge nicht!“

1.) Solche Anfechtungen sind für uns hilfreich, es ist gut, sie oft zu erleben.

Dachten wir wirklich, wir seien besser als die anderen? Es ist für Pastoren eine gefährliche Klippe. In dieser Sicht lebt der Stolz. Von Anfang an hat Gott den Hochmut bekämpft.
Petrus bewegte der Hochmut im Blick auf die jungen Gemeinden. Vor jedem Dienst muß uns klar sein: „Ich kann nichts tun ohne dich.“ Was hoch ist in der Welt, das ist dem Herrn ein Greuel (Lukas 16,15). Schon in der ersten Christenheit gab es Spannungen und es spaltet unsere Gemeinden, wenn wir über andere herrschen wollen. Petrus benennt die Gefahr: „Hochmut“.
Jesus nennt Demut und Zerbrochenheit, als Schlüssel zum Hirtendienst.
Paulus war ein stolzer Theologe. Doch Paulus hat sein Leben lang mit dem Rühmen gekämpft, dabei war er der größte Missionar und Gott schenkte ihm Frucht. Doch vor Gott tat er seinen Dienst mit „Furcht und Zittern“. Wie wurde er von den falschen Aposteln gedemütigt. Sie nannten ihn schwach und erbärmlich. Dann sagt Paulus: „Mit Teufelsfäusten werde ich geschlagen, damit ich mich nicht überhebe.“ – Gott antwortet: „Meine Gnade ist genug.“ Wenn du am Ende bist mit deiner Kraft, dann flüchte in die Gnade Gottes.
Nur wo wir arm und hungrig sind nach seiner Gnade, da kann Gott helfen.

 

2.) Vorsicht vor dem Machbarkeitswahn unserer Zeit.

Unsere Zeit lässt sich mit dem Wort „Manager“ treffend beschreiben. Zum Manager passt das Wissen um die eigene Begrenztheit nicht. Uns gilt – „Ohne Jesus geschieht nichts!“

 

3.) Macht kann Pastoren zur Versuchung werden.

Bei Jesus gibt es Brüder aber keine Herrscher. Wie viel kann zerstört werden in der Herde und dann zieht Jesus aus mit seinem Geist. Schon bei der Formulierung „meine Gemeinde“ sollten wir vorsichtig sein. Es ist „seine Gemeinde“. Jesus: „Wer der Größte sein will, der soll euer Diener sein …“.

 

4.) Das Armsein ist beim Heiland keine Schande, aber das Betteln woanders als bei Jesus, das ist schlimm. (Zitat von Graf Zinzendorf)

Auch Petrus bekam gesagt: „Da du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.“ Doch auch diese Führungswege sind Segenswege.
Treu ist der Herr und er hält meine zitternde Hand. Die Demut ist nichts „Schwaches“, sondern etwas sehr Nüchternes.
Abraham nannte sich „Staub und Asche“, Jakob sah sich als „zu gering“. Wir brauchen keine Menschenmacht, wir dürfen ein armes und geringes Volk bleiben. Gottes Siegeskraft vollendet sich in deiner Schwäche. Wir sind die Armen des Herrn Jesus, aber wir haben seine Fülle.

 

5.) Jesus will uns als seine Unterhirten gebrauchen.

Laßt uns Jesus fragen: „Was willst du, das ich tun soll?“ Es kommt nicht auf unsere Gaben an. Die größte Gabe, die ein Hirte in seinen Dienst mitbringt, ist die Aussage: „Herr, ich habe dich lieb“, wie Petrus es sagen konnte. Die Jesusliebe ist beschrieben im 1. Korinther 13.
Bleibt in der Seelsorge des guten Hirten. Selbst wenn wir eingebrochen sind und versagten. Auf den deutschen Kirchtürmen erinnert uns der Hahn an den Petrus. Diesem Petrus vertraut Gott sein Hirtenamt an.

 

6.) Die erste Liebe nicht erkalten lassen.

Christen in der Untergrundkirche in China erlebten Erweckung. Ein Prediger gab mir das Wort für Europa mit: „Ihr Europäer habt viele Werke – verliert die erste Liebe nicht!“
Bis in die Todesstunde hinein soll die Jesusliebe in uns das Größte sein. Es ist so wichtig zu wissen, dass ich mich diesem Hirten anvertrauen darf. Gemeinde ist nach Martin Luther nichts Anderes, als die Schafe, die ihres Hirten Stimme hören.

 

In der Welt haben wir an jedem Platz ein Hirtenamt wahrzunehmen. Dienen mit unseren Gaben. Besuchsdienste, wer nimmt sich der Kranken an?

 

Wie gehen wir damit um, wenn Menschen gefallen sind? Gal. 6 – helft ihnen zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid.
Wir sollen Vorbilder der Herde sein und können gleichzeitig sagen: „Wenn Jesus mich nicht halten würde, wo wäre ich heute?“


Das größte Ereignis unserer Zeit sind nicht die Nachrichten dieser Welt, es ist der Bau des Reiches Gottes.

Prof. Sylvain Romerowski

Im Johannesevangelium bezeichnet sich Jesus als Hirten (Joh. 10). Er sagt, dass er sein Leben für die Schafe gibt, damit sie Leben im Überfluss erhalten. Das kann nur Er tun – und dazu kam er in die Welt. Der Hirte führt die Schafe – mit seiner Stimme. Er geht vor ihnen her und sie kennen seine Stimme und folgen ihm (Vers 27). Die Wunder, die er getan hat, bestätigen, dass er vom Vater gesandt ist (Vers 25). In Mark. 6,34 sieht er die Leute wie eine Schafherde ohne Hirten, hat Mitleid und lehrt sie. Sie waren tatsächlich ohne Hirten, da ihnen die damaligen Leiter eigene Regeln auferlegten und sie nicht im Willen Gottes unterrichteten. Jesus wurde geschickt, um das Wort Gottes zu bringen (Joh. 3,34). Sein Wort ist der Schlüssel zum Leben – zum Leben im Überfluss. In Joh. 6 erklärt Jesus, dass der Körper, das Opfer im Fleisch nichts nützt; sondern seine Worte, die Geist und Leben sind (Vers 63). Joh. 15,3 zeigt uns, dass die Lehre, seine Worte zentral sind und diesen Dienst führten die Apostel weiter. Im Gegensatz zu diesem Auftrag war das Sterben Jesu ein einzigartiger Auftrag. Obwohl es auch immer wieder Märtyrer gab, war das Sterben Jesu ein einzigartiges Opfer. Dem war vor Gott nichts mehr hinzuzufügen.

In Joh. 14,26 und im hohepriesterlichen Gebet (Joh. 17,13-18) wird erneut klar, dass Gott Jesus in die Welt geschickt hat, um sein Wort zu verkündigen und dass Jesus uns mit dem gleichen Auftrag aussendet. Dazu schenkt Gott den Aposteln den Heiligen Geist und wie in Vers 20 beschrieben auch denen, die durch ihr Wort an ihn glauben werden.

 

Nun geht es darum, das Volk Gottes mit dem Wort zu nähren, das Gott den Jüngern anvertraut hat. Vor dem Gespräch in Joh. 21 hatte Petrus Jesus 3 Mal verleugnet – nun fragt Jesus ihn 3 Mal, ob er ihn liebe. Er gibt ihm dadurch eine Möglichkeit zur Rehabilitation und bestätigt ihn in seinem Apostelamt – das alle Jünger erhalten hatten.
Das Amt des Hirten und das Lehren gehören hier unzertrennlich zusammen. Wie der Hirte die Herde zur Weide führt, bringt der Lehrer den Christen das Wort, hilft ihnen, es zu verstehen, damit sie selber daraus schöpfen können.

In den Hirtenbriefen (an Timotheus und Titus) legt Paulus viel Wert auf das Wort, die Unterweisung. Das Wort muss richtig weitergegeben werden. Die Gemeinde ist der Ort, an dem die Wahrheit wohnt und weitergegeben wird. Es ist ihr Auftrag, die Wahrheit zu verbreiten und die Wahrheit muss dort zu Hause sein, muss das Gemeindeleben prägen.

In vielen Religionen geht es vornehmlich um Riten, Traditionen und mystische Erlebnisse. Im christlichen Glauben aber geht es um den Inhalt des Glaubens, das Erkennen. Die Gefahr Gefühlserlebnisse oder Riten wichtig zu machen, besteht auch bei uns und wurde schon sehr früh von Paulus erkannt (1.Tim 4,6-16). Der Inhalt der Lehre ist deshalb so zentral.

 

Rettet uns nun die richtige Lehre? Nein, Paulus selber sagt, dass nur Jesus uns retten kann. Aber wir müssen glauben, und um an Gott zu glauben, ist es nötig, ein Minimum über ihn zu wissen und als wahr anzuerkennen.
Verschiedene „Bilder“ Gottes werden uns heute präsentiert „schwach“, „grausam“, „nicht allwissend oder allmächtig“. Schon die Propheten im AT mussten immer wieder – nicht nur Götzen aus dem Volk entfernen – sondern auch eine falsche Art Gott zu dienen identifizieren. Sie durften Gott nicht so dienen, wie die anderen Völker ihren Göttern dienten, sondern so wie Gott es ihnen geboten hatte.

 

Früher wurde die Bibel gemeinsam gelesen, da nicht jeder eine Bibel besaß. Heute besitzen viele mehrere Ausgaben, dennoch nimmt das Bibellesen ständig ab. In der Gemeinde muss das Wort Gottes den zentralen Platz einnehmen. 2.Tim. 4,1-5 fasst zusammen, was Paulus kurz vor seinem Tod Timotheus weitergibt. Sein Ziel ist, dass das Wort Gottes richtig weitergegeben wird – auch nach seinem Tod. Und dazu müssen diverse Bedingungen erfüllt sein: Er muss es ernst nehmen, die Notwendigkeit seiner Aufgabe erkennen; darauf achten, dass die Lehre der Wahrheit Gottes entspricht, darauf achten, dass er den ganzen Rat Gottes weitergibt und nicht nur einige Aspekte betont. Er muss in erster Linie selber genährt sein, um weitergeben zu können. Studiert ihr als Verkündiger das Wort Gottes? Nehmt ihr euch Zeit dafür? Bildet ihr euch weiter durch Kommentare, Bücher, Seminare? Gibt die Gemeinde dem Pastor die Zeit dazu?

Wie wichtig die klare Verkündigung ist, zeigt uns 2.Tim. 2,15. Es ist wichtig, das zu verkündigen, was da steht und was der Autor beabsichtigt hat und nicht einfach eigene Gedanken in das Wort zu legen. Um das Wort zu verstehen, brauchen wir Zeit und geistigen Einsatz (das ist Arbeit). Viele begnügen sich mit dem oberflächlichen Bibellesen und dem, was sie spontan anspricht – ohne in die Tiefe zu gehen. Darin besteht die Gefahr, dass die Bibel nur zum Katalysator oder zum Verstärker meiner eigenen Gefühle wird. Deshalb fordert Paulus auf, sich mit dem Wort zu befassen (2.Tim. 2,7).

Das Wort und das Studium des Wortes (Titus 1,9) benötigen einen zentralen Platz in unseren Gemeinden.

Rev. Erlo Stegen

23. April 2012

(gestraffte Zusammenfassung)

Johannes 21,15-17

Schon als junger Mann hatte ich den Eindruck, dass Gott mich in sein Werk ruft. Dieser Ruf war begleitet von vielen inneren Kämpfen. Vor 61 Jahren sprach Gott dann durch dieses Wort zu mir und rief mich in den vollzeitlichen Dienst.
Im Gespräch zwischen Jesus und Petrus wird das Wort „Liebe“ in den verschiedenen Bedeutungen - „agape“ und „phileo“ - verwendet. Jesus fragt nach der „agape“-Liebe , während Petrus die „phileo“-Liebe erwidert. Beim dritten Mal fragt Jesus danach, ob Petrus ihn mit der „phileo“-Liebe liebt, das erschüttert Petrus.

 

„Agape“ ist die selbstlose Liebe. Sie bringt den Menschen dahin, dass er sogar bereit ist, sein Leben zu geben (z.B. verwendet in Joh. 3,16). Petrus konnte diese Liebe nicht erwidern, denn er hatte kurz vorher den Herrn verleugnet. Sein Leben für Jesus zu geben, dazu war er noch nicht bereit.

Das „Weiden“ der Schafe hat als Voraussetzung die selbstlose „agape“-Liebe. Wer die nicht hat, kann kein echter Hirt sein. Niemand kann Schafe weiden ohne diese Liebe. „Agape“ ist die erste Frucht des Heiligen Geistes. Kann ein Mensch von sich sagen, den Heiligen Geist empfangen zu haben und die „agape“-Liebe nicht zu kennen?. „Phileo“ ist die Liebe eines Freundes. „Agape“ schließt im Gegensatz dazu auch die Liebe zu den Feinden ein. Die Namenchristen lieben auch nur die, die sie lieben. Und Jesus fragt einmal, was ist das für eine Liebe, wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben.
Die göttliche Liebe erträgt alles. Jesus liebte seine Jünger bis ans Ende, auch als sie ihn verlassen hatten. Sind wir erfüllt von dieser „agape“-Liebe?

 

„Weide meine Schafe“ – steht für verschiedene Aufgaben. Zum einen für die Fütterung und ein anderes griechisches Wort meint die Aufgaben des Hirten wie – führen, wachen, beschützen, die schwachen und kranken Schafe tragen. Man trägt rund um die Uhr Sorge um das Leben der Schafe.

Das Hirtenamt wird aus der „agape“-Liebe heraus geboren. Weil die in uns ist, deshalb sind wir Hirten. Wir können keine Hirten sein ohne die „agape“-Liebe.
David verteidigte seine Schafe gegen den angreifenden Löwen. Wenn ein Hirte sein Leben lassen kann für die irdischen Schafe, wie viel mehr sollte das geistliche Amt des Hirten von uns mit Hingabe ausgefüllt werden. Wir sollen Hirten der Seelen sein, die Jesus mit seinem Blut erkauft hat.

Petrus schrieb kurz vor seinem Tod – „Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist nicht aus Zwang, sondern freiwillig, gottgemäß, nicht aus schändlicher Gewinnsucht, nicht als die, die über die Schafe herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet, wenn der Oberhirte kommen wird, werdet ihr Lohn empfangen.“

Sind unsere Motive rein, wenn es um die Fürsorge für die Seelen geht?

Lasst uns Hirten nach Gottes Herzen sein.

 

25. April 2012

(gestraffte Zusammenfassung)

Johannes 10,27 – „Meine Schafe hören meine Stimme“

Wir Christen nehmen das Wort Gottes leider oftmals nicht ernst genug. Als Jesus umgeben war von viel Volk und in Jerusalem einzog, da schrien die Menschen – „Hosianna in der Höhe“ – Hosianna ist die Verkürzung von 2 hebräischen Worten 1. Retter und 2. Bitte.

Die Menschen riefen: „Bitte errette uns!“, doch sie riefen: „Rette uns in der Höhe!“ Das bedeutet: „Rette uns bis zu den höchsten Höhen – rette uns auf die höchste Ebene, sodass wir durch die Rettung erhoben werden zu den höchsten Ebenen.“ Der Errettete möchte geistlich auf der höchsten Ebene stehen.

Wenn Gottes Wort sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme“, dann sollen wir im geistlichen Leben in der Höhe sein. Als Jesus den Petrus zum Fischfang in „die Tiefe“ schickte, da fing er die Fische. Erweckung begann unter uns erst, als wir geistlich in die Tiefe gingen. In Jak. 5 heißt es schon, dass das Gebet des Gerechten viel vermag, wenn es ernstlich ist. Von Elia sagt die Bibel: „Er war ein Mensch wie wir.“ Was kann Gott durch uns tun?

Jesus sagt nicht, die Schafe hören seine Worte, sondern es heißt „seine Stimme“. Vom griechischen Wort „Stimme“ (phone) stammt das Wort „Telefon“, durch das dich eine Stimme erreicht – auch ohne das Gegenüber zu sehen. Als Paulus sich bekehrte, da hörte er eine „Stimme“. Die Umherstehenden verstanden nicht, was geschah, doch Paulus begriff, wer da redete. Gleichzeitig gilt auch, dass die „Stimme“ immer in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes sein muss. Was nicht schriftgemäß ist, hat keine Bedeutung. Jesus sagt selbst, dass er nicht kam, um die Welt zu richten, doch das Wort, das er redet, das wird die Welt richten. In Organisationen hören wir die Stimme Gottes nicht. Gottes Reich ist ein Organismus, wie der Leib eines neugeborenen Menschen – den leitet unser Herr als Hirte und wir sind seine Schafe. Im 1. Jahrhundert sagte ein griechischer Autor: „Die Stimme macht das, was ein anderer in seinem Denken hat für andere zugänglich.“ Durch die Stimme unseres Herrn erfahren wir, wie er empfindet. Johannes der Täufer wurde genannt: „eine Stimme in der Wüste“.

 

Als echte Schafe hören wir seine Stimme und können wiederum zu anderen reden. Die „dummen“ Schafe kennen die Stimme des Hirten, doch wenn der Fremdling kommt, dann fliehen sie. Prediger kennen die Tränen der Christen, wenn Menschen aus Gemeinden nicht auf den Hirten hören, dagegen aber dem Fremdling nachfolgen.

Es ist von größter Bedeutung für unsere Berufung, Gemeinde zu bauen – kennen wir die Stimme unseres Hirten? Es geht dann nicht zuerst um unsre Aktivitäten, die wir planen, sondern um seine Stimme zuerst und dann folgen die Schafe einfach nach. Es ist ein Vorgeschmack des Himmels, die Stimme seines Hirten zu kennen.

 

Es ist möglich, Gottes Wort auswendig zu lernen und zu kennen und gleichzeitig die Stimme des Hirten nicht zu kennen. Wer die Stimme des Herrn kennt, der liest womöglich nur ein Wort und dieses Wort begleitet ihn über eine lange Zeit. Wer die Stimme des Hirten nicht kennt, der muss sich fragen, ob er ein Schaf Jesu ist.

 

Wenn Gott will, dass allen Menschen geholfen werde – denkst du nicht, dass er dann auch zu dir spricht? Wir sind wie umherirrende Schafe, die in den Abgrund stürzen, wenn wir nicht abhängig sind von unserem Hirten. Der Heilige Geist weiß, wie Menschen zu gewinnen sind, lasse dich von ihm leiten.